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Mittwoch, 01. November 2017

Polizei räumt Hauptbahnhof: Essener "Zombie Walk" endet mit Prügeleien

Für Dutzende Kostümierte endet eine witzig gemeinte Halloween-Aktion in Essen mit Streit und Handgreiflichkeiten: Als sie nach dem "Zombie Walk" nach Hause wollen, laufen sie am Bahnhof rund 200 Krawallmachern in die Arme. Die Polizei muss eingreifen.

Im nordrhein-westfälischen Essen ist eine Halloween-Aktion außer Kontrolle geraten: Nach dem sogenannten "Zombie-Walk" kam es am späten Dienstagabend am Bahnhof zu mehreren Streitigkeiten zwischen unbeteiligten Reisenden und größeren Männergruppen. Die Polizei musste den Bahnhof zwischen 22 und 23 Uhr sogar räumen - "zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit", wie es in einer Mitteilung hieß. Zuvor hatten Beamte mehrere Platzverweise ausgesprochen, an die sich die Betroffenen aber nicht gehalten hätten.

Schon gegen 17 Uhr hielten sich demnach etwa "200 Männer mit Migrationshintergrund in Kleingruppen" auf, die Reisende und Teilnehmer des "Zombie Walks" provoziert und Streit gesucht hätten, sagte der Sprecher der Bundespolizei in NRW, Volker Stall den Zeitungen der Funke Mediengruppe und der "Rheinischen Post". "Wir waren mit einem Großaufgebot vor Ort, nachdem es schon in den Vorjahren immer wieder zu Problemen gekommen war." Die Beamten nahmen dem Bericht zufolge mehrere Straftaten auf - darunter Taschendiebstähle, Schlägereien und Körperverletzungen.

Später am Abend sei zudem Pyrotechnik in die Menschenmenge geworfen worden. Ein Polizist habe ein Knalltrauma erlitten. Weil zu diesem Zeitpunkt immer mehr verkleidete Teilnehmer des "Zombie Walks" in den Bahnhof strömten, machte die Polizei schließlich Ernst. "Als der Rückreiseverkehr von der Veranstaltung begann, geriet die Situation zeitweise außer Kontrolle, sodass die Einsatzleitung entschied, die Bahnhofshalle zu räumen", sagte Stall. Insgesamt seien bis zum Morgen 1230 Platzverweise ausgesprochen worden.

Kein Vergleich zu Silvesternacht

Den Angaben nach war die Maßnahme zuvor mit der Bahn abgesprochen worden. Reisende hätten weiterhin über den Ost- und Westeingang ihre Züge erreichen können, hieß es. Die ganze Nacht über bewachten Polizisten die Bahnhofshalle und die Bahngleise. Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren wegen Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ein. Zu sexuellen Übergriffen soll es aber nicht gekommen sein.

"Wir hatten ordentlich zu tun, es gab außergewöhnlich viele Vorfälle", sagte die Polizei der "Rheinischen Post". "Von einem Vergleich zur Kölner Silvesternacht 2015 kann jedoch nicht die Rede sein." Damals waren am Kölner Hauptbahnhof hunderte Frauen sexuell drangsaliert und ausgeraubt worden. Die Übergriffe sollen durch mangelhafte Führung und Kommunikation bei der Polizei und anderen Behörden begünstigt worden sein. Zu diesem Ergebnis kam im März 2017 der Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags in seinem Abschlussbericht.

Quelle: n-tv.de

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