Panorama

Am meisten Opfer in Italien Europa beklagt mehr als 125.000 Corona-Tote

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In Spanien tragen zwei Männer einen Sarg aus einem Seniorenheim.

(Foto: picture alliance/dpa)

Während in Italien und Großbritannien die Zahl der neuen Todesfälle zurückgeht, melden Spanien und Frankreich wieder mehr Covid-19-Opfer. Europaweit sind inzwischen 125.499 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben. Es bleibt damit der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent.

Die Zahl der in Europa am Coronavirus gestorbenen Menschen ist laut ntv-Zählung auf mehr als 125.000 gestiegen. Wie aus der auf offiziellen Angaben von Ländern und Regionen beruhenden Auswertung hervorgeht, starben in den europäischen Ländern bis heute Abend insgesamt 125.499 Menschen an den Folgen einer Sars-CoV-2-Infektion, darunter 26.977 in Italien, 23.521 in Spanien, 23.293 in Frankreich sowie 21.092 in Großbritannien. Europa ist damit nach wie vor der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent. Insgesamt wurden mehr als 1,3 Millionen Infektionsfälle registriert. Bei der überwiegenden Mehrheit dieser Ansteckungen verläuft die Erkrankung ohne lebensbedrohliche Komplikationen.

Italien

Innerhalb von 24 Stunden starben in Italien 333 Menschen an Covid-19. Am Sonntagabend hatten die Behörden einen Rückgang auf 260 neue Todesfälle gemeldet. "Die Tendenz der Todesfälle und der Infektionen geht dennoch nach unten", sagte der Präsident des Gesundheitsinstitutes ISS, Silvio Brusaferro. In dem Land starben mehr als 150 Ärzte an den Folgen einer Corona-Infektion. Der Chirurgen-Verband FNOMCEO gab ihre Zahl mit 151 an. Die Gesamtzahl der Todesfälle erhöhte sich auf 26.977, wie die Gesundheitsbehörden in Rom mitteilten. Damit bleibt Italien das am meisten betroffene Land in Europa vor Spanien und Frankreich. Weltweit zählen nur die USA mehr Tote.

Zu der auch in Italien geplanten Maskenpflicht äußerte sich Brusaferro zurückhaltend. "Es ist ein zusätzliches Element, aber die persönliche Hygiene und das Abstandhalten sind wichtiger", betonte er. Ab Montag kommender Woche ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Nahverkehr und in italienischen Geschäften verpflichtend. Die seit sieben Wochen geltende Ausgangssperre wird dann schrittweise gelockert.

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Spanien

Mehr als sechs Wochen nach dem Beginn der strengen Corona-Ausgehsperre in Spanien will Ministerpräsident Pedro Sánchez am Dienstag einen Plan für eine schrittweise "Deeskalation" vorlegen. Erarbeitet wurde dieser in den vergangenen Wochen, nun soll er vom Kabinett verabschiedet werden. Voraussichtlich sollen die Regeln für den Ausstieg aus der Abriegelung im ganzen Land gleich sein, jedoch werden die Lockerungen eventuell in einzelnen Regionen zeitversetzt erfolgen - je nachdem, wie heftig ein Gebiet betroffen ist. Bereits seit Sonntag dürfen Kinder bis 14 Jahre wieder mit einem Elternteil eine Stunde am Tag aus dem Haus, wenn auch nur unter Berücksichtigung strenger Maßnahmen. Sánchez hat zudem angekündigt, dass ab dem 2. Mai wieder Spaziergänge mit Mitbewohnern aus dem gleichen Haushalt sowie Sport im Freien erlaubt werden sollen - allerdings nur, falls die Pandemie-Zahlen sich weiter positiv entwickeln.

In Spanien sind binnen eines Tages nach Angaben des Gesundheitsministeriums 331 weitere Menschen in Folge einer Corona-Erkrankung gestorben. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Sonntag, als 288 Todesfälle gemeldet wurden. Insgesamt wurden bislang 23.521 Corona-Tote registriert. Die Zahl der Infizierten stieg auf 209.465 von 207.634.

Frankreich

Frankreich registriert mit 437 Todesfällen den stärksten Anstieg seit vier Tagen. Die entspricht einem Wachstum von 1,9 Prozent. Ingesamt sind 23.293 Menschen an Covid-19 gestorben. Vor zehn Tagen lag die Zunahme bei den Todesfällen noch bei zehn Prozent. Insgesamt seien 14.497 Menschen in Krankenhäusern und 8796 in Pflegeeinrichtungen wie Altenheimen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Derzeit würden 28.055 Covid-19-Patientinnen und -Patienten in Krankenhäusern behandelt, die Zahl sei weiter rückläufig. Das gelte auch für die Zahl der Menschen, die auf der Intensivstation behandelt werden.

Am Dienstag stellt die französische Regierung den Fahrplan zur Lockerung der seit sechs Wochen geltenden Ausgangssperre vor. Im Anschluss sind eine Debatte sowie eine Abstimmung geplant. Präsident Emmanuel Macron hat ab dem 11. Mai eine schrittweise Öffnung von Schulen, Unternehmen und Geschäften in Aussicht gestellt. Nach deutschem Vorbild plant die Pariser Regierung eine Maskenpflicht sowie eine deutliche Ausweitung der Coronavirus-Tests. Auch eine Handy-App zur Nachverfolgung der Infektionswege ist im Gespräch.

Großbritannien

In Großbritannien sind binnen 24 Stunden weitere 360 Menschen im Krankenhaus am Coronavirus gestorben. Dies sei der geringste Anstieg seit vergangenem Monat, teilte das Gesundheitsministerium mit. Insgesamt sind damit in den Kliniken des Landes nach offiziellen Angaben 21.092 Menschen an Covid-19 gestorben. Unter den neu registrierten Toten sind den Angaben zufolge auch 82 Mitarbeiter des nationalen Gesundheitsdienstes NHS und 16 Sozialarbeiter.

Die Regierung hatte vor Kurzem erklärt, die Epidemie habe ihren Höhepunkt überschritten. Kritiker bemängeln allerdings, dass die Todesfallzahlen in Großbritannien unvollständig sind. In der offiziellen Statistik werden nur die Toten in Krankenhäusern erfasst, nicht aber die Menschen, die zu Hause oder in Pflegeheimen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion sterben.

Zu den Corona-Infizierten im Königreich zählte auch Premierminister Boris Johnson, der zwischenzeitlich im Krankenhaus auf der Intensivstation behandelt werden musste. Der 55-Jährige kehrte am Montag an seinen Amtssitz in der Londoner Downing Street zurück.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa/AFP/rts