Panorama

Nach Konversion zum IslamEx-Neonazi erschießt frühere Kameraden

23.05.2017, 05:36 Uhr

Ein junger US-Amerikaner gibt nach einem Doppelmord weltweite anti-muslimische Vorurteile als Grund für seine Tat an. Besonders logisch ist das nicht: Vor seiner Konversion zum Islam war der 18-Jährige selbst bekennender Neonazi.

Ein 18-Jähriger soll in der US-Stadt Tampa in Florida zwei Freunde aus der Neonazi-Szene getötet haben, weil sie keinen Respekt für seinen islamischen Glauben gezeigt hätten. Das habe der Verdächtige bei seiner Vernehmung selbst ausgesagt, berichtete die "Tampa Bay Times" am Montag unter Berufung auf Polizeiunterlagen. Devon Arthurs stand demnach früher selbst dem Neonazi-Milieu nahe, bevor er konvertierte und Moslem wurde.

d38db1e2f933da3aee851b0cb153868d
Arthurs habe mit seiner Tat "Aufmerksamkeit auf sein Anliegen lenken" wollen, sagte er den Beamten, die ihn festnahmen. (Foto: AP)

Der junge Mann war nach eigenen Angaben wütend über anti-muslimische Vorurteile auf der Welt. Er habe "Aufmerksamkeit auf sein Anliegen lenken" wollen, zitierte die Zeitung den Polizeibericht. "Er wollte, dass CNN kommt." Die Bluttat hatte sich am Freitag ereignet, die Opfer sind zwei Männer im Alter von 18 und 20 Jahren, die mit ihm in einer Wohngemeinschaft lebten. Am Freitagabend (Ortszeit) habe er zunächst in einem Geschäft drei Geiseln genommen und erklärt, er sei über die "amerikanische Bombardierung in muslimischen Ländern aufgebracht". Den Geiseln soll er erzählt haben, er habe bereits getötet.

Er ergab sich schließlich der Polizei und führte diese dann zu der Wohnung, wo die Erschossenen entdeckt wurden. In den Räumen fanden Ermittler auch Materialien zum Bombenbau und ein gerahmtes Bild des Rechtsextremisten Timothy McVeigh, der 1995 einen Anschlag auf eine Behörde in Oklahoma City begangen und 168 Menschen getötet hatte.

Quelle: jve/dpa

Tampa