Panorama

Prozess um Mord an AchtjährigemFabians Vater relativiert Aussagen zu finanzieller Unterstützung

05.05.2026, 14:20 Uhr
05-05-2026-Mecklenburg-Vorpommern-Rostock-Die-Angeklagte-wartet-im-Saal-des-Landgerichts-auf-die-Fortsetzung-des-Verfahrens-wegen-Mordes-Der-Angeklagten-wird-vorgeworfen-am-10-10-2025-heimtueckisch-und-aus-sonst-niedrigen-Beweggruenden-den-zur-Tatzeit-8-jaehrigen-Fabian-aus-Guestrow-getoetet-zu-haben
Die Angeklagte im Fall Fabian wartet im Saal des Landgerichts Rostock auf die Fortsetzung des Verfahrens: Sie soll den Jungen im Oktober erstochen haben. (Foto: Bernd Wüstneck/dpa)

Im Fall um den getöteten Fabian aus Güstrow beginnt der dritte Prozesstag. Der Vater des Opfers äußert sich dazu, wie er seine des Mordes angeklagte Ex-Freundin finanziell unterstützte – frühere Aussagen will der Vater nicht so gemeint haben.

Am dritten Verhandlungstag im Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow hat der zuständige Richter erneut den Fokus auf die zeitweilige Beziehung zwischen Fabians Vater und der des Mordes angeklagten 30-Jährigen gelegt. "Ich möchte nur die Wahrheit wissen", sagte Holger Schütt, Vorsitzender Richter am Landgericht Rostock. Er erinnerte den Zeugen wiederholt an seine Pflicht, wahrheitsgemäß auszusagen.

Bei der Befragung ging es etwa darum, mit wie viel Geld Fabians Vater die Angeklagte während der Beziehung unterstützte. Im Vergleich zu abgespielten Chat-Nachrichten oder vorhergehenden Aussagen gegenüber der Polizei relativierte der Vater die finanzielle Unterstützung. "Ich meinte das aber anders", sagte er etwa zu früheren Angaben. In den Audio-Nachrichten nach der Trennung von der Beschuldigten habe er sich einiges von der Seele geredet, schränkte der 35-Jährige außerdem ein.

Ex-Freundin des Vaters soll Fabian erstochen haben

Die Staatsanwaltschaft wirft der deutschen Ex-Freundin des Vaters vor, den Jungen im Oktober vergangenen Jahres heimtückisch mit einem Messer getötet zu haben. Laut Anklage soll das Beziehungsende eine Rolle spielen. Dabei verwies die Staatsanwaltschaft auch auf die finanziellen Folgen für die Frau.

Die Angeklagte, die selbst einen Sohn hat, der etwas jünger als Fabian ist, war mit dem Vater bis August 2025 rund vier Jahre lang in einer Beziehung. Fabian war oft tagelang bei ihnen, wobei er vom Vater oder auch der Angeklagten mit dem Auto bei der Mutter in Güstrow abgeholt wurde. Alle drei tauschten untereinander zur Absprache auch Nachrichten über WhatsApp aus.

Kurz vor der Tat soll der Vater der Angeklagten klargemacht haben, dass er die Beziehung nicht wieder aufnehmen wolle, weil er Angst habe, dann den Kontakt zu Fabian zu verlieren. Die Angeklagte sei an der Beziehung interessiert gewesen, weil sie befürchtet habe, "ihren bisherigen Lebensstil nicht weiter fortführen zu können", befand die Staatsanwaltschaft. Sie habe das Leben Fabians "bedenkenlos" vernichtet - in der vagen Hoffnung, die "für sie auch monetär vorteilhafte" Beziehung zu dessen Vater wieder aufnehmen zu können. Die Angeklagte selbst äußerte sich zur Sache bisher nicht.

Quelle: ntv.de, nbr/dpa/afp

RostockBeziehungstatenProzesseMecklenburg-Vorpommern