Panorama

Ursachensuche in Karatschi Fast alle Passagiere sterben bei Absturz

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Die Unglücksstelle ist schwer zugänglich und unübersichtlich.

(Foto: imago images/Xinhua)

In einem Wohngebiet nahe des Flughafens von Karatschi bergen die Einsatzkräfte noch immer Tote und Trümmerteile der abgestürzten Passagiermaschine. Während die Unfallursache noch unklar ist, gibt es traurige Gewissheit: Nur zwei der 99 Insassen des Flugzeugs überleben die Katastrophe.

Am Tag nach dem Absturz einer Passagiermaschine in einem Wohngebiet in Pakistan geht die Suche nach der genauen Absturzursache weiter. Mehrere Behörden arbeiteten weiter an der Identifizierung der Toten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums der Provinz kamen 97 der 99 Insassen bei dem Unglück ums Leben. Am Freitag war zunächst von drei Überlebenden die Rede, weil fälschlicherweise eine verletzte Anwohnerin des Absturzortes zu den Passagieren gezählt wurde.

Das Flugzeug, das aus der östlichen Stadt Lahore kam, hatte am Freitag eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, als es nur wenige Minuten vor der Landung in der Stadt Karatschi abstürzte. Die Rettungsarbeiten dauern nach dem Absturz in der Nähe des Flughafens in Karatschi auch am frühen Morgen an und gestalten sich schwierig.

Kurz vor dem Absturz habe der Pilot dem Tower technische Probleme der Maschine gemeldet, sagte PIA-Chef Arshad Malik. Funksprüche deuteten auf ein Versagen eines Triebwerks der Maschine hin. Augenzeugen berichteten lokalen Fernsehsendern, dass sie das Flugzeug um den Flughafen kreisen sahen, bevor es in dem Wohngebiet abstürzte.

Fernsehaufnahmen am Freitag zeigten ein Bild der Verwüstung. Das Militär und die Polizei sperrten das als "Model Colony" bekannte Gebiet rund zwei Kilometer entfernt von der Landebahn ab. Bewohner eilten zur Hilfe und suchten in der Verwüstung nach Überlebenden. Trümmer zerstörter Häuser und Flugzeugteile waren in den engen Straßen verteilt.

Merkel kondoliert Familien der Opfer

Verletzte wurden aus den Trümmern eingestürzter Gebäude herausgezogen, während Feuerwehrleute Brände bekämpften. Dutzende Menschen wurden laut Behörden in ein Krankenhaus in Karatschi gebracht, wo der Notstand ausgerufen wurde. Die dicht besiedelte Hafenstadt im Süden Pakistans hat rund 14 Millionen Einwohner.

Pakistans Premierminister Imran Khan drückte den Opfern und Familien nach dem Absturz sein Beileid aus. "Schockiert und betrübt über den PIA-Absturz", schrieb Khan auf Twitter. Er kündigte eine umgehende Untersuchung an. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte in einer Botschaft an Premier Khan den Opfern der Familien ihr Beileid aus. Der Luftfahrtkonzern Airbus teilte mit: "Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen." Weiter hieß es: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen Airbus keine bestätigten Informationen über die Umstände des Unfalls vor."

Der Absturz erfolgte nur eine Woche nach der Entscheidung der pakistanischen Behörden, den Flugverkehr im Inland wieder aufzunehmen. Wegen der Corona-Pandemie sind internationale Flüge in das südasiatische Land noch bis Ende des Monats ausgesetzt. Bereits im Jahr 2016 kam es zu einem Absturz einer Maschine der staatlichen Fluggesellschaft PIA mit rund 50 Toten.

2012 starben 127 Menschen beim Absturz einer Maschine einer kleinen privaten Airline auf dem Weg von Karatschi nach Islamabad. Im Jahr 2010 stürzte ein Airbus vor der Landung in der Hauptstadt Islamabad ab, alle 152 Insassen kamen bei dem Unglück ums Leben.

Quelle: ntv.de, jog/dpa