Panorama

Nach Explosion in Hamburg Feuerwehr muss Brand in Bunker löschen

Die Hamburger Feuerwehr steht vor einer gewaltigen Aufgabe: Bei einem Brand in einem früheren Hochbunker gibt es im Innern eine schlagartige Explosion. Durch die Konstruktion des Bunkers sollten solche Vorfälle eigentlich von außen abgewehrt werden. Was tun?

Bei einem Brand und einer Explosion in einem ehemaligen Bunkergebäude in Hamburg hat sich die Zahl der Verletzten auf mindestens 38 erhöht. Das Feuer war in den frühen Morgenstunden in einer Tischlerei in dem einstigen Hochbunker ausgebrochen, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. Bei den Löscharbeiten kam es zu einer schweren Explosion.

3qyw3912.jpg8151319836143905182.jpg

Rauch vor dem brennenden Hochbunker in Hamburg.

(Foto: dpa)

"Es gab eine schlagartige Durchzündung mit einer erheblichen Druckwelle, die so stark war, dass Fahrräder durch die Luft gewirbelt wurden", sagte Feuerwehrsprecher Thorsten Grams am Brandort. In dem Gebäude aus dem Zweiten Weltkrieg lagerten über zwei Stockwerke rund 100 Tonnen ätherische Öle.

Alle Opfer hätten leichte bis mittelschwere Verletzungen wie Rauchvergiftungen und Prellungen erlitten, möglicherweise auch Knochenbrüche. Unter den Verletzten waren 12 Feuerwehrleute. 19 Menschen wurden in Krankenhäusern behandelt.

Muss das Gebäude ausbrennen?

3qyw3125.jpg2799348152387185514.jpg

Ob tatsächlich das gesamte gelagerte Öl in Brand steht, ist zur Stunde unklar.

(Foto: dpa)

"Im Moment schicken wir niemanden mehr tief ins Gebäude rein, weil die Lage dort drinnen unklar ist", erklärte Grams n-tv.de. Der Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg sei so konzipiert worden, dass er Bombenexplosionen und Giftgaseinsätzen widerstehen könne. "Das heißt, wir haben es nicht mit einem herkömmlichen Hausbrand zu tun. Man kann das Gebäude wegen der großen Hitze weder betreten, noch von außen löschen." Der Bunker ist fensterlos und verfügt lediglich über eine Luftfilteranlage mit kleinen Öffnungen nach außen.

Offenbar hatte die Feuerwehr versucht, Löschschaum durch Luftkanäle in das Gebäude zu blasen. Bislang ohne Erfolg. Die Feuerwehr stehe hier vor einer sehr kniffligen Aufgabe, so Grams. Der Bunker halte bislang allen "Angriffen von außen" stand. Möglicherweise müssen die Feuerwehrleute hilflos zuschauen, wie das Gebäude von innen ausbrennt und sich das Feuer von selbst verzehrt.

Sicherheitshalber hatte die Feuerwehr die anliegenden Wohnhäuser evakuiert und über 60 Menschen in Sicherheit gebracht.

Ein Hochbunker liegt nicht unter der Erde, sondern erstreckt sich meist über mehrere Stockwerke in die Höhe. Heutzutage werden solche Gebäude meist als Lagerraum oder Diskothek genutzt.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa