"Geht nicht ums Geld"Finanzierin nennt Kosten für Wal-Rettung

Die Unternehmerin Karin Walter-Mommert kritisiert Minister Backhaus scharf. Ihre Initiative zur Wal-Rettung sei nur geduldet. Die Kosten spielen für die Geldgeberin keine nennenswerte Rolle.
Die Unternehmer Karin Walter-Mommert und Walter Gunz, die den Wal-Rettungsversuch finanzieren, haben nach eigenen Angaben bisher 1,5 Millionen Euro dafür ausgegeben. "Das ist eine grobe Schätzung, da sind die Kosten für die Schiffe noch nicht enthalten", sagte Walter-Mommert der "Bild"-Zeitung. "Aber es geht nicht ums Geld, es geht um den Wal."
Der aus einer Ostsee-Bucht geborgene Buckelwal wurde nach Angaben der Privatinitiative und nach Bildern des Livestream-Anbieters News5 am Morgen in der Nordsee freigesetzt. Der Wal sei gegen 9 Uhr nicht mehr im Lastkahn gewesen, sagte ein Teammitglied. Der erste Versuch, den Buckelwal aus dem Lastkahn, mit dem die Initiative das Tier in die Nordsee schleppte, ins Meer schwimmen zu lassen, war am Freitag gescheitert.
An Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus ließ Walter-Mommert kein gutes Haar. "Ich möchte nochmals betonen, dass wir die Arbeit geleistet haben, zu der andere Organe nicht in der Lage waren - und dies unter schwersten Bedingungen", sagte die Unternehmerin der Zeitung. "Zwar gab Backhaus nach außen vor, dass wir die Verantwortung hätten, aber zu keinem Zeitpunkt erhielten wir die alleinige Kontrolle oder Verantwortung für die zu leistenden Arbeiten".
"Wir waren nur geduldet"
Es sei schlichtweg falsch, wenn Backhaus sich als Wal-Retter darstelle. "Ohne ihn hätten wir Timmy viel früher retten können. Wir waren nur geduldet." Der Auftritt des Ministers bei "Stern TV" sei ein "Schlag ins Gesicht all der Menschen, die für den Wal alles stehen gelassen haben".
Walter-Mommert ist aus dem Trabrennsport bekannt, in dem sie früher auch selbst aktiv war. Ihrem Mann Ulrich Mommert gehört die Trabrennbahn Berlin-Mariendorf, das Magazin "Forbes" schätzte das Vermögen der Familie zuletzt auf 1,7 Milliarden Dollar. Der zweite Geldgeber Gunz ist Mitgründer von Mediamarkt. 2018 tauchte er noch mit einem geschätzten Vermögen von 500 Millionen Euro im Reichsten-Ranking des "Manager Magazins" auf.
Der rund zwölf Meter lange Buckelwal hatte vier Wochen vor der Insel Poel bei Wismar gelegen. Gegen den Rat vieler Wissenschaftler, Fachinstitutionen und Tierschutzorganisationen versuchte die private Initiative seit Mitte April, den Wal zu bergen, um ihn lebend in die Nordsee oder den Atlantik zu bringen. Am vergangenen Dienstag gelang es, das Tier in eine Barge zu bugsieren. Dieses mit Wasser gefüllte Lastschiff wurde von dem Mehrzweckschiff "Fortuna B" gezogen.