Panorama

Gegen benachbarte Flüchtlinge Firma schottet sich mit Nato-Stacheldraht ab

Auf der Suche nach einem Handysignal betreten Flüchtlinge in Schwerte mehrfach das angrenzende Grundstück einer Stahlfirma. Der Unternehmer reagiert mit martialischen Mitteln.

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Mit einem Zaun wie aus einem Kriegsgebiet schottet ein Unternehmer aus Schwerte in Nordrhein-Westfalen das Grundstück seiner Firma gegen seine Nachbarn - eine Flüchtlingsunterkunft - ab. Wie die "Ruhr Nachrichten" berichten, hätten Bewohner der Unterkunft auf der Suche nach einem besseren Handy-Signal mehrfach das Grundstück des Herstellers von Stahlprofilen betreten. Auch sollen Kinder auf dem Gelände der Firma Fußball gespielt haben, berichtet die "Bild"-Zeitung.

Nachdem sich das Unternehmen mehrfach bei dem Betreiber der Flüchtlingsunterkunft beschwert hatte, ließ der Inhaber der Firma Taten sprechen und stellte einen Zaun auf, der Panzersperren nachempfunden ist und mit Nato-Stacheldraht verstärkt ist. Aus Angst, dass sich Kinder an den rasiermesserscharfen Klingen des Nato-Stacheldrahtes verletzen könnten, ließ die Stadtverwaltung nun vor dem Zaun einen weiteren Zaun aufstellen, berichten die "Ruhr Nachrichten".

Wie das Blatt unter Berufung auf Anwohner weiter berichtet, werde der Bereich hinter dem Zaun von der Firma nicht für betriebliche Abläufe genutzt. Vielmehr handele es sich um einen Bereich, auf dem sich eine leerstehende Garage und ein nicht genutzter Hof befänden, die ohnehin nur über das städtische Grundstück, auf dem sich die Flüchtlingsunterkunft befindet, zu erreichen wären.

Gegenüber den "Ruhr Nachrichten" sagte der Eigentümer der Firma, er spreche grundsätzlich nicht mit Journalisten. Der "Bild"-Zeitung verriet er jedoch, dass Flüchtlinge auf dem Grundstück Müll hinterlassen hätten. "Der Zaun ist martialisch, ja, aber das ist genau richtig. Es gibt keine Vorschrift, die das Aufstellen verbietet, sonst hätte man mir schon Bescheid gesagt", so der Eigentümer.

Quelle: n-tv.de, bdk

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