Panorama

Eigene und fremde GeschichteFlüchtlinge führen durch Berliner Museen

11.12.2015, 01:10 Uhr
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Auch das Bode-Museum beteiligt sich an dem Projekt "Multaka". (Foto: picture alliance / dpa)

In Berlin startet ein Modell-Versuch im Umgang mit Menschen ohne Arbeitserlaubnis: Verschiedene Kultureinrichtungen haben Flüchtlinge ausgebildet, Führungen durch Museen zu geben. Erste Termine gibt es ab nächster Woche.

Berliner Museen haben 19 Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak zu Guides ausgebildet. Sie sollen regelmäßig Besucher in ihrer Muttersprache durch das Pergamonmuseum, das Bode-Museum und das Deutsche Historische Museum führen, wie die Häuser mitteilten. Das Pilotprojekt heißt "Multaka" - das bedeute auf Arabisch Treffpunkt. Das Wort stehe für den Austausch kultureller und historischer Erfahrungen, hieß es. Es gehe aber auch um Gemeinsamkeiten von Deutschland, Syrien und dem Irak.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, nannte das Vorhaben beispielgebend für die deutsche Museumslandschaft. "Die Geflüchteten führen durch die eigene und durch fremde Geschichte", sagte er laut Mitteilung. "Wir sagen nicht, dass wir damit das ultimative Rezept für Integration erfunden haben, aber Geflüchtete erfahren Stärke durch Bildung und durch Anerkennung ihrer kulturellen Identität, die uns viel bedeutet."

Die ausgebildeten Flüchtlinge bekommen für ihre Führungen im Museum ein Honorar, wie eine Sprecherin des Deutschen Historischen Museums sagte. Die ersten Rundgänge sind für kommenden Mittwoch geplant.

Quelle: ntv.de, apo/dpa

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