Panorama

Wasser kam in der Nacht Flut bringt zwölf Heimbewohnern den Tod

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Innerhalb von einer Minute stand das Wasser bis unter die Decke des Erdgeschosses.

(Foto: dpa)

In einem Wohnheim für Schwerbehinderte im rheinland-pfälzischen Sinzig sterben zwölf Menschen in den Fluten. Die wehrlosen Bewohner werden in der Nacht von den Wassermassen überrascht, jede Hilfe kommt für sie zu spät.

Unter den Hochwassertoten in Rheinland-Pfalz sind nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung auch zwölf Bewohner einer Behinderteneinrichtung der Lebenshilfe in Sinzig. Einer von ihnen sei lebend gerettet und ins Krankenhaus gebracht worden, teilte am Freitag eine Sprecherin des Innenministeriums in Rheinland-Pfalz mit.

Bei den Opfern handelt es sich laut "Bild"-Zeitung um Menschen mit Schwerbehinderung. Sie wurden dem Bericht zufolge in der Nacht von dem Hochwasser überrascht. Die Ahr, ein Rhein-Nebenfluss, verläuft eigentlich in rund 100 Metern Entfernung von der Einrichtung.

Der Geschäftsführer des Vereins Lebenshilfe, Stefan Möller, sagte dem Blatt, das Gebäude hätte auf Bitten der Feuerwehr eigentlich evakuiert werden sollen, als die Flut nahte. Eine Nachtwache sei im Nachbarhaus gewesen. "Die Bewohner waren nicht allein", sagte Möller.

Seelsorger im Einsatz

"Doch als der Mitarbeiter rüber ist, kam die Flutwelle - er kam nicht mehr raus und konnte keine Hilfe leisten", sagte Möller. "Das ist fürchterlich - unsere Mitarbeiter sind traumatisiert, helfen aber noch, so gut sie können." Sie seien noch bei der Versorgung anderer Bewohner eingesetzt.

"Das Wasser drang innerhalb einer Minute bis an die Decke des Erdgeschosses", sagte der Geschäftsführer des Landesverbands der Lebenshilfe Rheinland-Pfalz, Matthias Mandos. Die Nachtwache habe es noch geschafft, mehrere Bewohner in den ersten Stock des an der Ahr gelegenen Wohnheims zu bringen. "Als er die nächsten holen wollte, kam er schon zu spät." Die Wassermassen seien so rasant in das Gebäude eingedrungen, dass es keine Chance gegeben habe.

Das Heim hat 34 Wohnplätze und befindet sich in einem tiefer gelegenen Wohnviertel der Stadt, die an der Mündung der Ahr in den Rhein liegt. Seelsorger bereiteten sich darauf vor, die überlebenden Bewohner behutsam über das schreckliche Geschehen aufzuklären. Am Freitag war an dem Gebäude eine etwa drei Meter hoch reichende Schlammschicht zu sehen, die über die Fenster des Erdgeschosses reichte.

Quelle: ntv.de, jog/AFP/dpa

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