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Entscheidung für sich selbst Fotografin zeigt Schwangerschaftsabbruch

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Mauersberger wollte den Prozess festhalten, um sich später zu befragen.

(Foto: Instagram/ Esther Mauersberger)

In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Woche nach Beratung straffrei. Doch Frauen, die sich zu diesem Schritt entschließen, haben dennoch das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen. So ergeht es auch einer Kölner Fotografin.

Esther Mauersberger ist zweifache Mutter und Geburtsfotografin. Als sie bemerkt, dass sie erneut schwanger ist, ist für sie klar, dass sei kein drittes Kind austragen wird. Mauersberger entscheidet sich nicht nur gegen dieses Kind, sondern auch, ihren Schwangerschaftsabbruch zu dokumentieren. Die Bilder hat sie nun bei Instagram veröffentlicht.

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Unter #dieGeschichteeinesSchwangerschaftsabbruchs schreibt sie unter eines der ersten Bilder der Serie: "Ich möchte diese Elternschaft nicht übernehmen, diese Mutterschaft. Nicht übernehmen".  Sie kümmert sich um einen Beratungstermin, den sie auch kurzfristig bekommt. In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche möglich, allerdings muss sich die Frau vorher beraten lassen.

Mauersberger beklagt die Schuldzuweisungen, die sie sich "augenklimpernd" anhören muss. "Es scheint der Gesellschaft ein undenkbares Szenario, dass Frau diese Entscheidung a) treffen kann b) dass es ihr damit auch gut gehen kann." Der "Edition F" sagt die 29-Jährige, für sie habe schon vor dieser Schwangerschaft festgestanden, dass sie kein weiteres Kind will.  Es sei auch eine Entscheidung für sich selbst und die beiden Kinder, die sie bereits habe.

Abbruch im Badezimmer

Ungewollte Schwangerschaften werden ihrer Meinung nach noch immer stigmatisiert. Vor allem die Frau werde behandelt, als hätte sie sich schuldig gemacht. "Doch Schwangerschaften passieren – einfach so. Sei es aus dem Moment oder weil die Verhütung einfach versagt hat." Die daran anschließende Mutterschaft sei jedoch kein Schicksal mehr.

Die zweifache Mutter entscheidet sich für einen medikamentösen Abbruch bei sich zu Hause. Genau dort, wo sie ihre beiden Töchter geboren hatte. Es folgen Bilder aus ihrem Badezimmer, die Beschreibung, wie die Blutung einsetzt. Dann ein Porträt, das Mauersberger in ihrer Küche zeigt, am Tag nach Beendigung der Schwangerschaft. Dazu schreibt sie: "Ich bin müde, ich bin schlapp. Aber ich fühle mich so leicht. Und das stand nirgendwo. Deshalb sag ich es - ich habe gelächelt. Ich habe mich stark gefühlt. Und riesig erleichtert."

Anschließend wendet sie sich wieder ihrer Arbeit zu. "Ich starte jetzt wieder in die Geburtssaison, Rufbereitschaft und den archaischen Geruch der Austreibungsphase." Auf ihre Fotos, die sie zunächst gar nicht unbedingt veröffentlichten wollte, bekam die junge Frau viele ermutigende und bewegte Kommentare. Unabhängig davon, ob die Kommentierenden Erfahrungen mit Schwangerschaftsabbrüchen hatten oder nicht, bedankten sich viele für den offenen und mutigen Umgang mit dem Thema.

Quelle: n-tv.de, sba

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