Panorama

Sicherheitspanne in Bayern Frau legt Flughafen München lahm

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"Wo ist das Problem? Wo ist das Problem?": Im Terminal 2 des Münchner Flughafens liegen zu Ferienbeginn die Nerven blank.

(Foto: dpa)

Am ersten Urlaubstag nach dem Beginn der Sommerferien in Bayern bricht an Deutschlands zweitgrößtem Flughafen Chaos aus. Die Polizei lässt ein komplettes Terminal räumen. Mindestens 200 Flüge fallen aus.

Mitten in der Hauptreisezeit zum Ferienbeginn hat eine schwere Sicherheitspanne den Münchner Verkehrsflughafen "Franz Josef Strauß" über Stunden hinweg nahezu komplett lahmgelegt. Tausende Passagiere saßen vorübergehend fest. Als Auslöser erwies sich ein fehlender Sichtbehälter - und eine bislang noch nicht gefasste Frau.

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Am Flughafen gestrandet: Reisende verpassen reihenweise ihre Anschlussflüge.

(Foto: dpa)

Im Inneren des Flughafens erging es vielen Reisenden wie dem 13-jährigen Timo und seiner 9-jährigen Schwester Annika. Eigentlich sollten die beiden schon längst im klimatisierten Flugzeug in Richtung Frankfurt sitzen. Stattdessen hockt Timo gelangweilt auf einem Rollkoffer, während Annika sich kurzerhand auf dem Boden der überhitzten Abflughalle von Terminal 2 des Münchner Flughafens niedergelassen hat. Mit ihren Eltern sollte es am Samstagmorgen in die Dominikanische Republik gehen - die Sommerferien haben gerade begonnen. Doch nun liegen die Nerven blank.

"Wir haben null Infos. Wir stehen hier seit zwei Stunden und wissen nichts", sagt ihre Mutter. Wie der Familie geht es Tausenden Fluggästen, die auf dem Weg in den Urlaub sind. Der Grund: Eine zunächst unbekannte Frau gelangt am Morgen in einen Sicherheitsbereich, ohne vorher kontrolliert worden zu sein. Die Konsequenz: Die Polizei räumt das gesamte Terminal 2 und das damit verbundene sogenannte Satelliten-Terminal. Erst Stunden später kann die Frau identifiziert werden. Bei ihr handelt es sich nach Angaben der Regierung von Oberbayern um eine etwa 40-jährige Reisende, die laut Bundespolizei nicht festgenommen wurde und erst einmal auf freiem Fuß blieb.

In Lautsprecherdurchsagen am Flughafen ist zunächst jedoch nur die Rede von einem Polizeieinsatz. Unsicherheit macht sich breit. Die Verbindungen ins Internet seien am frühen Morgen überlastet gewesen, an Informationen sei man nicht gekommen, erzählt Stefanie Fach. "Wir wussten nichts. Die erste Durchsage kam erst spät und man hat sie nicht genau verstanden." Die Mitarbeiter an der Gepäckausgabe hätten sie dann beruhigt. Stunden später herrscht immer noch absolute Ungewissheit.

Die Menschen stehen, sitzen und liegen am Mittag im Check-in-Bereich. Kaum einer weiß, wie es weitergeht. Per Lautsprecherdurchsage werden sie aufgerufen, Ruhe zu bewahren. Viele fächern sich mit ihren Flugtickets Luft ins Gesicht. Manch einer verliert die Nerven. Eine erboste Frau geht einen Flughafenmitarbeiter an: "Wo ist das Problem? Wo ist das Problem?" Die Antwort: "Weiß nicht."

Noel dagegen gibt sich entspannter. Der 20-Jährige will eigentlich nach Barcelona fliegen, um in der Stadt Calella mit seinen Kumpels Party zu machen. Daraus wird erstmal nichts. Mit Sonnenbrille auf dem Gesicht liegt er auf den Fliesen der Halle und versucht sich zu entspannen. Anthony Michaels-Moore will mit Frau und seinen zwei Kindern eigentlich nach Albuquerque in den USA fliegen. "Wir wissen nicht, was los ist. Informationen kommen viel zu spät", sagt der 61-Jährige.

Gegen Mittag hallen konkretere Durchsagen durch das Terminal: Die Polizei habe den Sicherheitsbereich der beiden Abflughallen wieder freigegeben. Nicht mehr lange, dann sollen auch wieder Flugzeuge vom Terminal 2 abheben. Doch bis die vielen Tausend Fluggäste wieder durch den Sicherheits-Check sind, dauert es. Sicherheitsmitarbeiter drängen sich durch die Menge in der Wartehalle und verteilen Wasser. Mit speziellen Großlüftern leitet die Flughafenfeuerwehr frische Luft in die Halle.

Ein Sprecher vom Flughafen teilt mit: Mindestens 200 Flüge sind ausgefallen. Rund 60 Flüge sind verspätet. Auch der Flug von Familie Fach nach Irland wurde gestrichen. Wann es wie, wo weitergeht - davon haben sie am frühen Nachmittag immer noch keine Ahnung. Die Großeltern aus Rosenheim kommen vorsichtshalber zum Flughafen und kümmern sich um die Kinder. "Am Ende müssen sie uns wieder mit heim nehmen", sagt Stefanie Fach enttäuscht.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa