Live-Übertragung ins InternetFrau streamt Vergewaltigung der Freundin

In den USA wird eine junge Frau Zeugin, wie die Freundin vom eigenen Partner vergewaltigt wird. Statt einzugreifen und den Notruf zu wählen, filmt die 18-Jährige die Tat und überträgt sie live ins Internet - angeblich, um zu helfen.
Eine 18-jährige US-Amerikanerin hatte die Vergewaltigung ihrer Freundin live ins Internet übertragen - damit wollte sie aber angeblich nur helfen. Laut "New York Times" sagte die 18-Jährige vor Gericht, das Live-Streaming habe die Tat ihres Partners lediglich beweisen sollen.
Der Staatsanwalt fand das aber nicht glaubwürdig: "Ich habe noch nie einen Fall gehabt, bei dem ein sexueller Angriff live gestreamt wird", zitiert ihn die Zeitung. Die junge Frau wird beschuldigt, die Vergewaltigung durch ihren Partner mit Periscope gefilmt zu haben, einer App für Live-Streaming ins Netz. Laut "New York Times" soll eine Freundin der Beschuldigten das Video gesehen und daraufhin die Polizei alarmiert haben. Die drei hatten sich in einer Wohnung in Columbus (US-Bundesstaat Ohio) getroffen. Die Beschuldigte gab an, sie habe Wodka eingeflößt bekommen und sei ebenfalls Opfer. Der Staatsanwalt sagte, für ihn sehe das Video nicht danach aus, als ob es als Hilfe gemeint gewesen sei.
Während der Übertragung sei Kichern und Lachen der Filmenden zu hören. Statt zu filmen, habe die Frau ja auch einfach den Notruf wählen können. Die Beschuldigten müssen sich wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Entführung und des verbotenen Filmens einer nackten Minderjährigen verantworten. Beide plädieren auf nicht schuldig: Ihnen drohen je bis zu 40 Jahre Haft.
Seit Twitter die App für Live-Streaming im letzten Jahr eingeführt hat, wurden mehr als 100 Millionen Streams ins Netz gestellt. Dabei kommt es immer wieder vor, dass - auch unfreiwillig - Gesetzeswidrigkeiten übertragen werden.