Panorama

"Ich mag Erotik" "Freizeitwoche" verblüfft Sandra Bullock

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Lügenpresse mal anders: Die Freizeitwoche soll ihre Leserinnen mit gefälschten Interviews veräppelt haben.

(Foto: imago stock&people)

Erstaunlich offen zeigt sich Sandra Bullock in ihren Interviews mit einem Nischenblatt aus Deutschland. Ganz ungehemmt spricht sie über Liebe und Sexualität. Wie lassen sich Stars solch pikante Details entlocken? Kritiker erheben schwere Vorwürfe.

Die Frauenzeitschrift "Freizeitwoche" soll ihre Leserinnen hinters Licht geführt haben und mehrere Promi-Interviews gefälscht haben. Die angeblich ausgeplauderten Geheimnisse seien schlichtweg erlogen, behauptet das branchenkritische Online-Projekt "Übermedien".

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Schauspielerin Sandra Bullock

(Foto: picture alliance / dpa)

Im konkreten Fall geht es um Artikel über Hollywood-Star Sandra Bullock, mit der das Magazin mehrmals gesprochen haben will. Die fraglichen Aussagen lesen sich wie folgt: "Ich mag Erotik, finde auch, dass sie im Leben wichtig ist. Wenn ich einen Freund habe und glücklich verliebt bin, blühe ich auf. Dann merke ich auch das Weib in mir. Aber wenn ich alleine lebe, wie zurzeit, kann ich mein sexuelles Verlangen völlig einschlafen lassen, meine Sexualität in Kreativität verwandeln".

"Wir fälschen keine Interviews!"

Kreativ waren womöglich wohl eher die Autoren. Die Anwältin Nina Lüssman, die den Hollywood-Star in Deutschland vertritt, bezeichnet die Aussagen als frei erfunden. Die angeblichen "Exklusiv-Interviews" mit ihrer Mandantin hätten nie stattgefunden, sagt die Juristin. Insgesamt gehe es um fünf mehrseitige Beiträge zum Leben und Denken der Hollywood-Schauspielerin, in der sie angeblich geheime und intime Details aus ihrem Privatleben mit der Leserschaft des Klatschblattes teilte.

Der Chefredakteur der "Freizeitwoche", Michael Graf, wies die Vorwürfe vehement zurück. Er nannte die Vorwürfe "haltlose Unterstellungen" auf die er nur eine Antwort habe: "Wir fälschen keine Interviews!" Man arbeite bei den Star-Interviews mit erfahrenen Korrespondenten im Ausland und freien Mitarbeitern zusammen.

Gegen eines der Interviews hat Anwältin Lüssmann bereits eine einstweilige Verfügung erwirken können. Vier weitere stehen noch bevor. Ob die angeblichen Bullock-Interviews ein Einzelfall bleiben, ist fraglich. Über die Jahre will das Blatt zahlreiche "Exklusiv-Interviews" mit verschiedenen Hollywood-Größen geführt haben.

Quelle: ntv.de, apo