Alle Toten geborgenGoPros könnten Tauch-Tragödie aufgezeichnet haben

Noch immer ist unverständlich, wie es zum Tod mehrerer Taucher auf den Malediven kommen konnte. Inzwischen sind alle Leichen geborgen und mit ihnen auch ihre Kameras. Von dieser Technik erhoffen sich die Ermittler viel.
Bei den in einer Höhle auf den Malediven getöteten Tauchern wurden Körperkameras gefunden, die möglicherweise Aufschluss darüber geben können, wie es zu dem Unglück kam. Das berichten übereinstimmend mehrere Medien.
Drei Taucher, die vier der Leichen geborgen haben, übergaben demnach GoPro-Kameras, die bei der Gruppe gefunden wurden. Die Leichen der Ökologieprofessorin Monica Montefalcone, ihrer Tochter Giorgia Sommacal, der Forscherin Muriel Oddenino und des Meeresbiologen Federico Gualtieri wurden inzwischen alle geborgen. Die Leiche eines Tauchlehrers, der die Gruppe begleitet hatte, war bereits kurz nach dem Unglück gefunden worden.
Das entstandene Filmmaterial wurde noch nicht veröffentlicht, soll nun aber ausgewertet werden. Man hofft, damit die letzten Momente der Gruppe rekonstruieren zu können. Die Ermittler versuchen immer noch herauszufinden, was mit der Gruppe geschah.
Leichtsinn ausgeschlossen?
Nach Angaben des Außenministeriums erkundeten die Italiener die 49 Meter tiefe "Haifischhöhle " im Höhlensystem von Devana Kandu. Sie hat mehrere Kammern, die durch schmale Gänge verbunden sind. Medienberichten zufolge durfte die Gruppe aber nur in etwa 30 Metern Tiefe tauchen. Für tiefere Tauchgänge ist auf den Malediven eine spezielle Genehmigung nötig, die die Tauchergruppe offenbar nicht hatte. Der italienische Reiseveranstalter, der den Tauchausflug organisiert hatte, hat bestritten, den Tieftauchgang der Gruppe genehmigt oder davon gewusst zu haben.
Montefalcones Ehemann, Carlo Sommacal, sagte gegenüber italienischen Medien, seine Frau sei "eine der besten Taucherinnen der Welt" und würde seine Tochter niemals in Gefahr bringen. Er sagte, sie habe etwa 5000 Tauchgänge absolviert und sei "nie leichtsinnig" gewesen.
Insgesamt kamen bei dem Höhlentauchgang sechs Menschen ums Leben. Ein maledivischer Militärrettungstaucher starb am Samstag während der Bergungsmission.