Panorama

Bluttat im Stadtteil Grone Göttingen zwischen Gerüchten und Angst

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Kerzen und Rosen stehen und liegen nahe dem Tatort im Göttinger Ortsteil Grone.

(Foto: dpa)

In der niedersächsischen Stadt Göttingen ereignet sich ein Verbrechen auf offener Straße. Während die Polizei nach dem flüchtigen Täter fahndet, machen sich Gerüchte und Spekulationen breit. Die Beamten sehen sich zu deutlichen Worten genötigt.

Im niedersächsischen Göttingen greift ein Mann nach einem Streit auf offener Straße seine Ex-Partnerin an und tötet sie. Auch eine Freundin der Frau, die ihr in der Auseinandersetzung im Stadtteil Grone zu Hilfe kommen will, wird schwer verletzt. Die Stadt steht unter Schock.

In zahlreichen Facebook-Gruppen wird vor dem immer noch flüchtigen Täter Frank N. gewarnt, ein "Messerstecher" sei unterwegs, heißt es. Während der Großfahndung sperrt die Deutsche Bahn zeitweise vorsorglich den Göttinger Bahnhof und die Strecke zwischen Hannover beziehungsweise Hildesheim und Kassel. Mehrere Züge im Fernverkehr werden umgeleitet. Nach zwei Stunden wird die Sperrung wieder aufgehoben. Über der Stadt kreist ein Polizei-Hubschrauber.

Die Polizei bittet bei Twitter mehrfach darum, keine Gerüchte zu verbreiten, doch die sind längst in der Welt. Als dann auch noch im Stadtteil Weende Schüsse fallen, ist Hysterie zu spüren. Die Polizei teilt mit, dass es einen Zugriff eines SEK gegeben hat. "Bei der betroffenen Person handelte es sich aber nicht um den gesuchten Täter! Dies stellte sich bei der anschließenden Überprüfung des Mannes heraus", erklärt die Polizei kurz darauf.

Bitte um Vertrauen

In den sozialen Netzwerken wird aus Angst gefordert, dass am Freitag Schulen geschlossen bleiben sollen. Andere Stimmen verweisen darauf, dass es sich wahrscheinlich um eine Beziehungstat handelt und jede Panikmache unnötig ist. Am Morgen twittert die Polizei noch einmal, dass allen Hinweisen nachgegangen wird. "Beteiligt Euch nicht an Spekulationen und verbreitet keine unbestätigten Hinweise!" Man werde alle gesicherten Informationen sofort veröffentlichen.

Inzwischen vermuten die Fahnder den mutmaßlichen Täter Frank N. im niedersächsischen Elze. Der dortige Bahnhof ist gesperrt, und die Strecken zwischen Hannover, beziehungsweise Hildesheim und Göttingen sind unterbrochen. Es komme zu starken Einschränkungen im Fernverkehr. Die Fahndung gehe aber auch im gesamten Göttinger Stadtgebiet unverändert weiter, sagte ein Polizei-Sprecher am Morgen. Die Ermittler veröffentlichten mehrere Fotos von ihm und warnen ausdrücklich davor, ihn anzusprechen. Sie gehen davon aus, dass er noch immer bewaffnet ist. Laut Polizeiangaben floh der Deutsche nach der Bluttat auf einem Fahrrad mit Packtaschen.

Das 44 Jahre alte Opfer hatte sich Medienberichten zufolge kurz zuvor von dem 52-Jährigen getrennt. Laut "Bild"-Zeitung stach der Mann in dem Streit die Frau zunächst nieder, schlug dann mit einem Feuerlöscher auf sie ein, übergoss sie mit Benzin und zündete sie an - die Polizei wollte zu diesen Details zunächst nichts sagen. Auch Informationen, dass es sich bei der Tatwaffe um ein Messer handelte, bestätigte die Polizei zunächst nicht.

Quelle: ntv.de, sba

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