Panorama

Kein Unwetter über dem Pazifik Haben Seglerinnen Odyssee erfunden?

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Meteorologen widersprechen den Frauen, die behaupten, im Mai in einen starken Sturm geraten zu sein.

(Foto: dpa)

Die Rettung zweier Seglerinnen und ihrer Hunde nach einer monatelangen Irrfahrt auf dem Pazifik macht vor einer Woche Schlagzeilen. Jetzt zeigt sich: Vieles von dem, was die Frauen auf See erlebt haben wollen, kann so nicht stattgefunden haben.

Ein Unwetter beschädigt den Masten des Segelboots, der Motor fällt aus, die Kommunikationsgeräte funktionieren nicht und dann sind da auch noch die Tigerhaie, die um den Bug der "Sea Nymph" kreisen: Was Jennifer Appel und Tasha Fuiava auf ihrer fast halbjährigen Irrfahrt auf dem Pazifik erlebt haben wollen, klingt unglaublich - so unglaublich, dass die US-Küstenwache jetzt, eine Woche nach der Rettung, Zweifel an den Schilderungen der beiden Frauen anmeldet. Diese waren - gemeinsam mit ihren beiden Hunden - im Mai von Hawaii aus in Richtung Tahiti in See gestochen, vom Kurs abgekommen und schließlich südöstlich von Japan gerettet worden.

Für Verwirrung sorgt unter anderem der ungehörte Notruf, den die Seglerinnen schon Monate vor ihrer Rettung abgesetzt haben wollen. Denn eine Überprüfung der US-Küstenwache ergab nun, dass die Seglerinnen sehr wohl eine funktionierende Notrufbake bei sich hatten - und lediglich darauf verzichteten, eine Seenotposition durchzugeben. "Die Frauen sagten auf Nachfrage, sie hätten sich niemals so gefühlt, als wären sie in unmittelbarer Gefahr", sagte eine Sprecherin der US-Küstenwache laut "The Guardian". Nach ihrer Rettung hatten Appel und Fuiava jedoch berichtet, kurz vor dem Aufgeben gestanden zu haben.

Auch das Unwetter, in das die Frauen gleich zu Beginn ihrer Fahrt geraten sein wollen und bei dem angeblich das Handy über Bord der "Sea Nymph" gespült und deren Mast beschädigt wurde, gab es so nicht - dieser Meinung ist laut CNN zumindest der amerikanische Nationale Wetterdienst. Zum damaligen Zeitpunkt habe es kein Unwetter auf der Segelroute der Frauen gegeben, heißt es. Archivierte Satellitenaufnahmen der Raumfahrtbehörde Nasa sollen das bestätigen. Hinzu kommt, dass sich meeresbiologische Forschungen nicht mit dem beschriebenen Verhalten der angeblich angreifenden Tigerhaie decken sollen.

Immer wieder sollen sich die Seglerinnen in der Nähe bewohnter Inseln befunden haben, ohne jedoch an Land zu gehen. Was auch immer sie zu ihrer Fahrt quer über den Pazifik bewogen hat: In Seenot waren sie allem Anschein nach nicht. Im Juni schon hatte die Küstenwache nach Angaben von BBC Funkkontakt mit einem Boot in der Nähe von Tahiti, das sich als "Sea Nymph" ausgab. Die Botschaft von Bord: Man sei in keiner Notlage und wolle am nächsten Morgen an Land gehen.

Quelle: ntv.de, ftü

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