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Zwei Schwerverletzte Haus wohl wegen Zwangsräumung gesprengt

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Rettungskräfte trugen mehrere unversehrte Gasflaschen aus dem Haus.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zwei Frauen in Münster droht die Zwangsräumung. Als die Gerichtsvollzieherin vor der Tür steht, kommt es zu einer Explosion. Beide Frauen kommen schwer verletzt ins Krankenhaus. Die Polizei geht nicht von einem Unfall aus.

In Münster haben zwei Frauen vor einer angekündigten Zwangsräumung offenbar absichtlich eine Explosion ausgelöst. Am Morgen suchte eine Gerichtsvollzieherin gemeinsam mit drei Polizisten das Fachwerkhaus auf, in dem eine 67-jährige Frau und ihre 38-jährige Tochter wohnten. Da die beiden wussten, dass es zu der Zwangsräumung kommen würde, hatten sie offenbar ihren Suizid vorbereitet. "Es gibt Hinweise darauf, dass die Bewohnerinnen des Hauses die Explosion absichtlich herbeigeführt haben, als die Beamten zur Zwangsräumung erschienen. Möglicherweise wollten sie sich dadurch selbst das Leben nehmen", erklärte der Leiter einer von der Polizei gebildeten Mordkommission.

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Ein Bagger reißt das Haus nach dem Brand ab.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mutter und Tochter überlebten schwer verletzt und wurden in Krankenhäuser gebracht. Die drei Polizisten wurden durch Lärm und Druckwelle leicht verletzt. Die Gerichtsvollzieherin blieb unverletzt, wie der Direktor des Amtsgerichts bestätigte. Laut einem Bericht der "Münsterschen Zeitung" hatten die Frauen zuvor noch zwei Pferde ins Haus geholt. Die Tiere wurden so schwer verletzt, dass ein Amtstierarzt sie einschläfern musste.

Weil die Frauen in Kauf nahmen, auch Unbeteiligte mit in den Tod zu nehmen, ermittelt die Staatsanwaltschaft "wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion mit versuchter Todesfolge", so ein Sprecher der Behörde. Demnach wussten die Frauen von der Zwangsräumung. Ob und wie lange sie die Tat geplant hatten, ist bisher unklar.

Nach Angaben der Ermittler war es um 9.23 Uhr zu der Explosion gekommen. Die Feuerwehr geht davon aus, dass sie durch Gas ausgelöst wurde. Die Rettungskräfte trugen später noch mehrere unversehrte Gasflaschen aus dem Haus. Das allein stehende Fachwerkhaus geriet komplett in Brand. Erst am Nachmittag war das Feuer unter Kontrolle. Das Haus wurde weitgehend zerstört. Was die Explosion überstanden hatte, musste von den Rettungskräften für die Löscharbeiten eingerissen werden. Die Frauen hatten seit längerem Streit mit ihrem Vermieter. Laut Amtsgericht ging es um ausstehende Mietzahlungen. Der Gläubiger setzte die Zwangsräumung durch.

Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222 oder 116-123, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111; Mo-Sa von 14 bis 20 Uhr)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

 

Quelle: n-tv.de, ibu/dpa

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