Panorama

Einvernehmlicher Sex oder nicht?Helfer soll Syrerin vergewaltigt haben

25.08.2016, 16:41 Uhr
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Die 22-jährige Syrerin zog von der Notunterkunft zum Heimleiter, in der Hoffnung eine eigene Wohnung zu bekommen. (Symbolbild) (Foto: picture alliance / dpa)

Er soll ihr versprochen haben, bei Anträgen für eine eigene Wohnung zu helfen. Die 22-Jährige Syrerin vertraut dem Notunterkunftsleiter und begleitet ihn nach Hause. Was dann passiert, muss nun ein Gericht klären.

Ein ehemaliger Leiter einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Finnentrop in Nordrhein-Westfalen soll eine Asylbewerberin mehrfach vergewaltigt haben. Eine entsprechende Anklage liege seit kurzem vor, sagte ein Sprecher des Landgerichts in Arnsberg. Zuvor hatte die "Westfalenpost" darüber berichtet.

Der 50 Jahre alte Mann sitzt bereits seit Mitte Juni wegen der Vorwürfe in Untersuchungshaft. Er ist niederländischer Staatsangehöriger. Sein mutmaßliches Opfer, eine 22-jährige Syrerin, soll zusammen mit Verwandten nach Deutschland gekommen sein. In der Notunterkunft lernte sie dann den 50-Jährigen kennen. Schließlich nahm der Mann die Frau mit zu sich in seine Wohnung. Angeblich soll er ihr angeboten haben, ihr bei der Antragstellung auf Zuteilung einer eigenen Wohnung helfen zu wollen. Bis das geregelt sei, sollte die Frau bei ihm leben.

Laut "Westfalenpost" zog die Frau kurz darauf aus der Notunterkunft aus und wohnte dann über Monate bei dem 50-Jährigen. Dort soll es dann zu den sexuellen Übergriffen gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann insgesamt vier Vergewaltigungen vor. Die 22-Jährige hatte den 50-Jährigen angezeigt, nachdem sie ein Kind abgetrieben hatte. Aufgrund einer Untersuchung des Ungeborenen steht der 50-Jährige eindeutig als Vater fest.

50-Jähriger spricht von einvernehmlichen Sex

Der 50-Jährige schildert die Vorkommnisse allerdings anders. Der Sex soll einvernehmlich gewesen sein. Die Frau sei schwanger geworden und habe sich daraufhin in ärztliche Behandlung begeben. Die Schwangerschaft musste dann wegen Beschwerden abgebrochen werden.

Der Oberstaatsanwalt sagte im Gespräch mit der Zeitung: "Die Schilderungen gehen diametral auseinander." Er gehe davon aus, dass das Verfahren deswegen schwierig werden dürfte. Ein Termin für den Prozess stehe noch nicht fest, sagte der Gerichtssprecher. Der Prozess soll aber in den nächsten Monaten stattfinden.

Quelle: ntv.de, kpi

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