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"Hydroakustische Anomalie" Hinweis bei Suche nach U-Boot "San Juan"

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Verzweifelte Suche: Die Besatzung eines argentinischen Suchflugzeugs hält nach dem vermissten U-Boot Ausschau.

(Foto: dpa)

Bei der Suche nach dem verschollenen argentinischen U-Boot sinkt die Hoffnung: Es gibt zwar immer wieder neue Spuren, die dann aber im Nichts enden. Und diesmal?

Im Rahmen der internationalen Suchaktion nach dem seit über einer Woche verschollenen argentinischen U-Boot gehen die Rettungsteams jetzt einer neuen Spur nach. Wie das argentinische Militär mitteilte, sei wenige Stunden nach der letzten Funkmeldung der "ARA San Juan" eine "hydroakustische Anomalie" in etwa 30 Seemeilen Entfernung registriert worden. Argentinien sei erst jetzt von einem US-Institut über diese Messung informiert worden, hieß es.

Suchmannschaften seien inzwischen an diesen Standort im Südatlantik in Bewegung gesetzt worden. Trotz des Aufgebots von 14 Schiffen und zehn Flugzeugen aus mehreren Ländern haben sich bislang alle Hinweise auf den Verbleib der "ARA San Juan" als falsche Spuren erwiesen. Das Boot mit seinen 44 Besatzungsmitgliedern wird seit dem letzten Funkkontakt am 15. November vermisst.

Mehrere Schiffe unterwegs

Nach den Berechnungen von Experten hätte der Sauerstoff an Bord des U-Boots bis maximal Mittwoch gereicht, wenn es seit der letzten Funkmeldung nicht mehr an der Wasseroberfläche war. "Am siebten Tag der Suche stehen wir in einer kritischen Phase", sagte Marinesprecher Enrique Balbi. Die Sauerstoffreserven des U-Boots reichten für sieben Tage aus, wenn es nicht auftauchen oder über den Schnorchel die Luft an Bord erneuern konnte.

Das norwegische Schiff "Skandi Patagonia" mit einem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug (ROV) und weiterer Ausstattung der US-Navy zur Tiefseebergung an Bord wurde in der Gegend erwartet, in der das verschollene U-Boot vermutet wird. Ein weiteres Schiff soll mit einem Mini-U-Boot an Bord folgen, das ebenfalls von der US-Marine für eventuelle Bergungsversuche am Meeresgrund eingesetzt werden soll.

In der patagonischen Hafenstadt Comodoro Rivadavia wurde das regionale Krankenhaus auf Anforderung der argentinischen Kriegsmarine in Bereitschaft versetzt. Alle geplanten Operationen wurden verschoben und vier Säle frei gehalten, um die Besatzungsmitglieder des U-Boots gegebenenfalls einliefern zu können.

Die "ARA San Juan", ein U-Boot des Typs TR 1700, wurde von den damals dem Thyssen-Konzern gehörenden Nordseewerken in Emden gebaut und 1985 der argentinischen Kriegsmarine übergeben. "Unsere Gedanken gelten nun der Besatzung und ihren Familien. Wir hoffen inständig, dass das U-Boot zügig gefunden wird", erklärte ein Werftsprecher der Deutschen Presse-Agentur.

US-Präsident Donald Trump erklärte, er habe angeordnet, die Suche nach dem U-Boot zu unterstützen. Die Zeit dränge für die 44 Besatzungsmitglieder. "Möge Gott mit ihnen und dem argentinischen Volk sein", twitterte Trump.

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Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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