Panorama

Tragödie in São Paulo Hochhaus stürzt bei Großbrand ein

Dutzende obdachlose Familien kommen in einem Hochhaus unter, das offenbar nicht die Grundvoraussetzungen erfüllt, um bewohnt zu werden. Als in der Nacht ein Feuer ausbricht, ist ein Großaufgebot an Rettungskräften vor Ort. Doch sie werden der Flammen nicht Herr.

In der brasilianischen Millionenmetropole São Paulo ist ein 24-stöckiges Hochhaus nach einem Großbrand eingestürzt. Laut den Behörden konnte sich der Großteil der Bewohner des früheren Polizeigebäudes vor den Flammen retten. Die Feuerwehr bestätigte zunächst nur einen Vermissten. In Medienberichten war von bis zu drei Vermissten und womöglich einem Toten die Rede. In dem leerstehenden Hochhaus haben sich zum Zeitpunkt des Brandes Dutzende obdachlose Familien aufgehalten.

Das Feuer war am frühen Morgen aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen, wahrscheinlich im fünften Stock. Zeugen sprachen von einer möglichen Explosion. Die Feuerwehr war mit bis zu 160 Einsatzkräften und 57 Fahrzeugen im Einsatz. Die Holzauskleidung der Wohnungen und die leeren Fahrstuhlschächte haben nach Angaben der Feuerwehr den Brand angefacht.

Das Portal Uol.com berichtete unter Berufung auf Bewohner, dass es sich bei dem Hochhaus um ein ehemaliges Gebäude der Bundespolizei handele, in dem sich Obdachlose einquartiert hätten. In ersten Berichten war von rund 50 Familien, später von 150 Familien die Rede, die in dem Gebäude gelebt hätten. Es war aber nicht klar, wie viele sich dort zur Brandzeit aufhielten. Insgesamt seien 191 Menschen in städtischen Unterkünften untergebracht worden, erklärte der Bürgermeister von São Paulo Bruno Covas. In der brasilianischen Metropole seien mehr als 100 Häuser besetzt.

"Angekündigte Tragödie"

Der Brandherd lag mitten im Zentrum der Stadt. Durch das Feuer geriet auch ein benachbartes Gebäude in Brand. Eine Kirche wurde durch den Einsturz des Hochhauses größtenteils zerstört. Mehrere weitere Gebäude wurden evakuiert, drei Karrees zeitweilig abgesperrt.

Der Gouverneur des Bundesstaates São Paulo, Márcio França, sprach von einer "angekündigten Tragödie". Dieses Gebäude habe nicht die geringsten Voraussetzungen der Bewohnbarkeit erfüllt", erklärte er. Bürgermeister Covas sagte, die Stadt habe bereits zuvor mit der Zentralregierung als Hausbesitzerin über eine Räumung gesprochen. In São Paulo leben zahlreiche arme Familien in ungenutzten Wohnanlagen oder Landparzellen.

Quelle: n-tv.de, asc/AFP/dpa

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