Panorama

Antrag auf HalbstrafeHoeneß bemüht sich um Freilassung

03.11.2015, 12:50 Uhr
Hoeness
Uli Hoeneß arbeitet schon wieder an der Säbener Straße. (Foto: picture alliance / dpa)

Aus dem Freigänger Uli Hoeneß könnte schon in wenigen Monaten ein freier Mann werden, wenn seinem Antrag auf Gewährung der Halbstrafe stattgegeben wird. Dann ist auch eine Rückkehr ins Amt des Bayern-Präsidenten nicht ausgeschlossen.

Uli Hoeneß hat einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt. Sein Anwalt bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Hoeneß will, dass ihm die sogenannte Halbstrafe gewährt wird. Würde dem stattgegeben, könnte der ehemalige Präsident des FC Bayern München am 2. März 2016 auf Bewährung freikommen. Zu diesem Stichtag hätte er die Hälfte seiner dreieinhalbjährigen Haftstrafe verbüßt.

Hoeneß genießt bereits Hafterleichterungen und kann das Gefängnis als Freigänger verlassen. Er arbeitet tagsüber als Jugendkoordinator für den Rekordmeister. Abends muss er sich jedoch an mindestens fünf Wochentagen wieder im Gefängnis einfinden.

Nach dem Gesetz können Straftäter unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach Verbüßung der halben Gefängnisstrafe vorzeitig auf Bewährung entlassen werden. Exakt regelt dies Paragraf 57 des Strafgesetzbuches. Bedingung ist aber, dass der Verurteilte erstmals eine Freiheitsstrafe verbüßt, was auf Hoeneß zutrifft. Zudem muss die Gesamtwürdigung von Tat, Persönlichkeit des Verurteilten und Entwicklung während des Strafvollzugs ergeben, dass besondere Umstände vorliegen.

Rätselraten um Hoeneß' Zukunftspläne

Spannend wird mit der Haftentlassung auch die Antwort auf die Frage, ob Hoeneß noch einmal auf den Präsidenten-Thron des FC Bayern zurückkehren könnte. Von 2009 bis 2014 führte der langjährige Manager seinen Herzensclub von der höchsten Position aus. "Wenn ich zurück bin, werde ich mich nicht zur Ruhe setzen", sagte der Bayern-Macher kurz vor dem Gang ins Gefängnis in einer emotionalen Rede bei der Mitgliederversammlung. Unter lautem Applaus vieler Mitglieder sprach er den legendären Satz: "Das war's noch nicht!"

Die Aussagen vom Mai 2014 lassen viel Interpretationsspielraum zu. Doch selbst Freunde und Kenner wie Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge oder Hoeneß-Nachfolger Karl Hopfner im Präsidentenamt konnten bislang nicht zur Aufklärung beitragen, was ihr langjähriger Wegbegleiter plant. Eine mögliche Variante lautet, dass Hoeneß noch einmal Präsident wird und sein Nachfolger Karl Hopfner den Posten im Aufsichtsrat der FC Bayern AG an der Seite von einflussreichen Wirtschaftsführern behält. Hopfner hatte zumindest schon zu seinem Amtsantritt klargestellt, er werde "nicht gegen Uli Hoeneß antreten".

Quelle: ntv.de, jog

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