Panorama

Mord an Freiburger Studentin Hussein K. bekommt Höchststrafe

Nach mehr als einem halben Jahr Prozessdauer wird im Freiburger Mordfall Maria das Urteil verkündet. Hussein K. muss für den Mord an der 19-Jährigen lebenslang in Haft, außerdem stellen die Richter die besondere Schwere der Schuld fest.

Hussein K. ist im Prozess um die Vergewaltigung und Ermordung einer 19-jährigen Studentin zur Höchststrafe verurteilt worden. Die Richter des Landgerichts Freiburg verhängten eine lebenslange Freiheitsstrafe und stellten die besondere Schwere der Schuld fest. Zudem ordneten sie Sicherungsverwahrung an.

Damit ist eine vorzeitige Freilassung des jungen Mannes, der als Flüchtling nach Deutschland gekommen war, nach 15 Jahren Haft nahezu ausgeschlossen. Das Gericht hatte sich entschieden, Erwachsenenstrafrecht anzuwenden, nachdem mehrere Gutachten belegten, dass der Angeklagte mindestens 22 Jahre alt ist.

Die Zuschauer im voll besetzten Gerichtssaal klatschten nach der Verkündung des Urteilsspruchs. K. hatte der jungen Frau nach Überzeugung des Gerichts in einer Oktobernacht des Jahres 2016 aufgelauert, sie bewusstlos gewürgt, mehrfach vergewaltigt und die noch lebende Studentin dann im Wasser des Flusses Dreisam abgelegt. Sie ertrank. Laut Gerichtsmedizin dauerte ihr Sterben im Wasser wohl mindestens eine Stunde. "Er wusste, dass sie noch lebte, als er sie in die Dreisam legte, dass sie ertrinken würde, ertrinken musste", sagte die Vorsitzende Richterin Kathrin Schenk in ihrer Urteilsbegründung.

Keine echte Reue

Mehr als ein halbes Jahr lang hatte die Jugendkammer des Landgerichts Freiburg den Fall verhandelt. Hussein K. hatte behauptet, im Affekt gehandelt zu haben, als er das arglose Mädchen vom Rad stieß. Zudem sei er bekifft und betrunken gewesen. Das Würgen und die Vergewaltigung hatte er zugegeben, weitere Details zum Hergang der Tat waren ihm so gut wie nicht zu entlocken.

Der Angeklagte hatte zunächst angegeben, zur Tatzeit erst 17 Jahre alt gewesen zu sein. Später räumte er ein, gelogen zu haben. Auch der Vertreter der Nebenklage, der die Eltern der getöteten Studentin vertritt, hatte die Höchststrafe gefordert. Der Verteidiger indes hatte in seinem Plädoyer kein konkretes Strafmaß genannt. Er lehnte aber Sicherungsverwahrung ab und regte eine Drogentherapie sowie Angebote der Resozialisierung für seinen Mandaten an.

Nach der Urteilsverkündung kündigte der Pflichtverteidiger an, er werde Revision einlegen. Sein Mandant habe ihn damit beauftragt, sagte Sebastian Glathe. Er gehe davon aus, dass Hussein K. bei der Tat vermindert schuldfähig gewesen sei. Der junge Mann habe Alkohol und Drogen in erheblichem Umfang zu sich genommen. Das Gericht hatte dies in seinem Urteil jedoch verneint und volle Schuldfähigkeit attestiert. Er werde die Urteilsbegründung daher gründlich prüfen, sagte Glathe. Dazu diene die Revision. 

Einen Tag vor der Urteilsverkündung gab die Universität Freiburg in einer Pressemitteilung bekannt, dass die Eltern und Schwestern von Maria Ladenburger zusammen mit dem Verband der Freunde der Universität eine Stiftung gegründet haben. Sie soll Studierende der Universität Freiburg, insbesondere der Medizinischen Fakultät, unterstützen. Ausdrücklich sollen auch ausländische Studierende bei ihrer Integration in das universitäre Umfeld unterstützt werden.

Quelle: ntv.de, sba/dpa