Panorama

DLRG warnt vor Leichtsinn "Im Rhein zu baden, ist tödlich"

Rhein Badende.jpg

Ein vorbeifahrendes Schiff kann eine tödliche Welle auslösen.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Immer wieder sterben Menschen bei Badeunfällen im Rhein, weil sie dessen Gefahren unterschätzen. Maike Waschnewski von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) erklärt, was den Fluss so tückisch macht und warum besonders mit kleinen Kindern an seinen Ufern höchste Vorsicht geboten ist.

ntv: Frau Waschnewski, warum sollte man am Rheinufer nicht baden gehen?

Maike Waschnewski: Der Rhein hat eine starke Strömung. Und die führt in Ufernähe, aber eben besonders in den Buchten zu Verwirbelungen und Strudeln, die lebensgefährlich sind.

Welche Auswirkungen hat es, wenn ein Schiff vorbeifährt?

Das Schiff drückt das Wasser weg. Das Wasser wird aus der Bucht ein Stück weit rausgezogen und dann kommt es im Schwall zurück. Und je nachdem, wie tief Sie dann schon stehen oder dem Wasser hinterhergelaufen sind, wird es so schwallartig kommen, dass es Sie von den Füßen holt. Und dann wird Sie die Strömung mitreißen.

Warum ist es für Kinder besonders gefährlich, sich am Rheinufer abzukühlen?

Kinder haben sowieso die Tendenz, dem Wasser nachzulaufen. Das heißt, gerade die Situation, die ich beschrieben habe, lädt ein. Das ist so wie an der Nordsee bei Ebbe und Flut. Man kann einfach weiter raus, da ist ja kein Wasser. Dann kommt das schwallartig zurück. Und für mich als Erwachsene ist das an manchen Stellen schon wirklich sehr schwer, da noch stehenzubleiben. Für ein Kind wird es unmöglich sein.

Und Kinder haben einfach momentan die Schwimmfähigkeit nicht. Wenn ich beim Fußball nicht trainiert habe, komme ich nach einer Trainingseinheit wieder rein. Ein Jahr nicht schwimmen gewesen zu sein, ist immer tödlich. Wegen Corona sind die Schwimmkurse ausgefallen.

Was raten Sie Eltern?

Mehr zum Thema

Der Rhein ist und bleibt kein Badewasser. Im Rhein baden und schwimmen zu gehen, ist eine wirklich tödliche Angelegenheit. Das können wir immer nur wieder betonen. Sie können sich gerne am Rhein sonnen. Sie können spazieren gehen, vielleicht mal den dicken Zeh abkühlen. Aber selbst da wäre ich vorsichtig. Insgesamt rate ich mit Kindern am Rhein zur größten Vorsicht: Kinder unter sechs Jahre wirklich in Griffnähe, alles andere, was darüber hinausgeht, mindestens in Rufnähe. Aber am besten verwirft man wirklich die Idee, im Rhein schwimmen zu gehen.

Mit Maike Waschnewski sprach Jasmin Gebele

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.