Panorama

RKI teilt neue Einschätzung Impfstoff kommt frühestens zum Jahresende

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Während "Sputnik" bereits vor dem Virus schützen soll, warten Bundesbürger noch auf einen Impfstoff.

(Foto: dpa)

Mit einer veralteten Prognose, ein Impfstoff könne schon im Herbst bereitstehen, stiftet das Robert-Koch-Institut Verwirrung. Bis ein entsprechendes Mittel zugelassen ist, wird es wohl noch etwas länger dauern. Für Gesundheitsminister Spahn bleibt die Entwicklung dennoch ein historisch schneller Vorgang.

Impfstoffe gegen das Coronavirus könnten nach Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) frühestens Ende dieses, Anfang nächsten Jahres zugelassen werden. Das sagte eine Institutssprecherin. Nach Verwirrung über zurückgezogene Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bekräftigte sie damit auf Anfrage Angaben, die PEI-Präsident Klaus Cichutek zuletzt in mehreren Medien geäußert hatte.

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) hatte Cichutek vor einigen Tagen gesagt: "Ich gehe derzeit davon aus, dass es Ende 2020 und Anfang nächsten Jahres Zulassungen geben wird, vorausgesetzt, die Phase-III-Prüfungsdaten sind positiv". In diesen derzeit laufenden Studien wird überprüft, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt. Erste Zulassungen bedeuten nicht, dass bereits alle geimpft werden können.

Das PEI mit Sitz im hessischen Langen ist in Deutschland für die Zulassung von Impfstoffen zuständig. In einem am Mittwochnachmittag veröffentlichten Papier des RKI war zu lesen, vorläufige Prognosen ließen die Verfügbarkeit eines Impfstoffs bis Herbst 2020 möglich erscheinen. Wenige Stunden später zog das Institut die Online-Publikation zurück, es handle sich um eine versehentlich veröffentlichte ältere Version. Am Donnerstag verwies eine RKI-Sprecherin auf Einschätzungen des PEI.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte sich zuvor bereits zuversichtlich über die Entwicklung eines Impfstoffs geäußert. "Wir werden wahrscheinlich so schnell einen Impfstoff haben bei einem neuen Virus wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte", sagte Spahn im ZDF. Er sei optimistisch, dass es "in den nächsten Monaten und sicher im nächsten Jahr ein Impfstoff verfügbar sein wird". Details wie die Dauer der damit erreichbaren Immunität seien jetzt aber noch nicht absehbar.

Zuletzt hatte Russland mit der Zulassung eines Impfstoffes den Druck erhöht. Trotz internationaler Bedenken hatte Präsident Wladimir Putin den "Sputnik" getauften Impfstoff für sicher erklärt und betont, dass auch eine seiner Töchter damit schon behandelt worden sei. Derzeit arbeiten Forscher weltweit fieberhaft an der Entwicklung von Corona-Impfstoffen. Insgesamt sechs von westlichen und chinesischen Firmen entwickelte Impfstoffe befinden sich bereits in der entscheidenden dritten Phase der klinischen Tests.

Quelle: ntv.de, mba/dpa