Panorama

Ikone der Friedensbewegung Inge Jens stirbt im Alter von 94 Jahren

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Die Autobiografie von Inge Jens, "Unvollständige Erinnerungen", erschien im Jahr 2006.

(Foto: picture alliance / Silas Stein/dpa)

Inge Jens galt als Galionsfigur der Friedensbewegung und zählte durch ihre Tätigkeit als Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin zu den großen gesellschaftsprägenden Stimmen der Bundesrepublik. Nun ist sie im Alter von 94 Jahren verstorben.

Die Literaturwissenschaftlerin und Publizistin Inge Jens ist tot. Sie starb nach Angaben ihres Sohnes, Christoph Jens, am Donnerstag im Alter von 94 Jahren. Sie sei friedlich eingeschlafen.

"Wir nehmen Abschied von einer großen Autorin, die mit ihren Büchern und Vorträgen das intellektuelle Leben der Bundesrepublik in vielfältiger Weise mit geprägt hat", hieß es in einer Mitteilung des Rowohlt Verlags. Wie aus der Mitteilung des gemeinsamen Sohnes hervorgeht, wird Inge Jens neben ihrem Ehemann Walter Jens im Ehrengrab des Stadtfriedhofes Tübingen beigesetzt werden.

Inge Jens war die Ehefrau des 2013 gestorbenen Tübinger Rhetorik-Professors Walter Jens. Auch ihr im letzten Jahr verstorbener Sohn Tilman Jens war ein renommierter Schriftsteller und Journalist. Christoph Jens ist als Fernsehredakteur tätig.

Besonderes zivilgesellschaftliches Engagement

Die gebürtige Hamburgerin studierte an den Universitäten Hamburg und Tübingen Anglistik, Germanistik und Pädagogik. Später war sie auch als Lehrbeauftragte an der Uni Tübingen tätig. Zudem arbeitete sie für den Rundfunk und verschiedene Verlage. Besondere Anerkennung gewann sie durch ihre Arbeit als Herausgeberin.

Spezielle Aufmerksamkeit widmete sie dabei der Familie Mann: So betreute sie die Herausgabe der Tagebücher von Thomas Mann und brachte die Briefe desselben an Ernst Bertram heraus. Den Bestseller "Frau Thomas Mann" schrieb sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Walter.

Zum wissenschaftlichen und publizistischen Engagement von Inge Jens kommt das zivilgesellschaftliche. Gemeinsam mit ihrem Mann wurde Inge Jens in den 80er Jahren zu einer Galionsfigur der Friedensbewegung. 1984 beteiligte sie sich an Sitzblockaden vor dem Atomwaffendepot Mutlangen (Ostalbkreis), während des Golfkriegs 1990 versteckte das Paar desertierte US-Soldaten in seinem Haus und kam dafür wegen Beihilfe zur Fahnenflucht vor Gericht.

Quelle: ntv.de, lno/dpa

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