Panorama

Vulkan wieder ruhiger Island hebt Flugverbot auf

Seit Mitte August brodelt es am Vulkan Bárdarbunga auf Island, und die Angst vor einem Ausbruch ist groß. Jetzt geben die Behörden erstmal Entwarnung. Doch die Spannung bleibt.

Der Vulkan Bárdarbunga auf Island hat sich wieder beruhigt. Die Behörden hoben am Nachmittag das Flugverbot über dem Berg wieder auf. Das teilte der Zivilschutz der Insel per Twitter mit.

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Der Bárdarbunga bleibt gefährlich.

(Foto: Reuters)

In der Nacht hatte der Vulkan wohl zum ersten Mal seit Beginn seismischer Aktivitäten vor zwei Wochen Lava ausgespuckt. Isländische Meteorologen entdeckten nördlich des Gletschers Vatnajökull einen 900 Meter langen Riss, an dem das brodelnde Magma an die Oberfläche trat. " Bei einem Vulkan kann man nie vorhersehen, was passiert", sagte eine Sprecherin des Zivilschutzes. Wenige Stunden nach den Eruptionen nahmen die Aktivität offenbar ab.

Das Meteorologische Institut hatte zunächst die höchste Alarmstufe Rot ausgelöst, was bedeutet: Ein Vulkanausbruch steht unmittelbar bevor oder ist im Gange und ein enormer Ascheausstoß ist zu erwarten. Im Laufe des Tages senkte das Institut den Alarm auf Orange herunter. Das bedeutet, dass der Bárdarbunga eine erhöhte oder steigende Aktivität mit erhöhtem Eruptionspotenzial zeigt.

Das über dem Berg verhängte Flugverbot umfasste einen Radius von 5,5 Kilometern und galt bis zu einer Höhe von 1,5 Kilometern. Die Flughäfen auf Island blieben geöffnet. "Es ist nur ein kleiner Bereich wirklich von der Eruption betroffen", erklärte die Zivilschutzsprecherin.

Im deutschen Luftraum wurden vorerst keine Messungen gestartet. Noch habe man es nicht mit einer Aschewolke zu tun, sagte eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums.

Überschwemmungen befürchtet

Ein Ausbruch des Vulkans Bárdarbunga könnte weitreichende Folgen haben. Auf dem Berg befindet sich der bei Touristen beliebte Gletscher Vatnajökull. Tritt die Lava unter dem Eis los, könnte sie das Eis zum Schmelzen bringen und schwere Überschwemmungen auslösen. Zu dem Ausbruch in der Nacht kam es jedoch fünf Kilometer vom Gletscher entfernt in einem Gebiet ohne Eis.

Beim Ausbruch des Gletschervulkans Eyjafjallajökull 2010 waren so große Aschemengen in den Luftraum geschleudert worden, dass der Flugverkehr in weiten Teilen Europas mehrere Tage zum Erliegen kam.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa