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"Höchste Wachsamkeit" nötig Jägerverband warnt vor Schweinepest

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"Ein gefundenes totes Wildschwein sollte nicht angefasst, höchstens mit einer Plane zugedeckt werden", warnt der Deutsche Jägerverband (Archivbild).

(Foto: picture alliance/dpa)

Bislang sind die Wildschweine in Deutschland von der Afrikanischen Schweinepest verschont. Trotzdem schlägt der Deutsche Jagdverband Alarm: Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis das tödliche Virus sich auch hierzulande ausbreite. Impfstoffe gegen die Krankheit gibt es nicht.

Nach dem Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei toten Wildschweinen in einer an Deutschland grenzenden Region Polens ruft der Jagdverband DJV zu "höchster Wachsamkeit" auf. "Es ist extrem wichtig, dass Landwirte, Forstwirte, Jäger und Spaziergänger verdächtige Kadaver sowie Tiere mit Blut an Haut oder Schnauze sofort melden", betonte der Sprecher des Deutschen Jagdverbands, Torsten Reinwald.

Aufmerksamkeit sei dabei nicht nur in Brandenburg und den anderen wildschweinreichen Ost-Bundesländern geboten. "Wir wissen nicht, wo das Virus in Deutschland zuschlagen wird", sagte er. "Es ist aber keine Frage des Ob, sondern nur noch eine des Wann." Es sei wahnsinnig schwer, den Erreger wieder loszuwerden, wenn er erst einmal eingeschleppt sei. "Wir haben nur eine Chance, wenn wir einen Seuchenherd frühzeitig erkennen", betonte Reinwald.

Infizierte Tiere zeigten "sehr schwere Symptome wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemprobleme. Männliche und weibliche Tiere jeden Alters sind gleichermaßen betroffen", warnte Reinwald. "Ein gefundenes totes Wildschwein sollte nicht angefasst werden, höchstens mit einer Plane zugedeckt und den Behörden gemeldet werden."

"Das sind sehr gute Schwimmer"

In Belgien seien nach dem ersten Nachweis Ende 2018 inzwischen mehr als 800 weitere Krankheitsfälle bei Wildschweinen erfasst worden. Als einzigem der in Europa betroffenen Länder sei es bisher Tschechien gelungen, Ausbruchsherde hermetisch abzuriegeln und die Seuche wieder loszuwerden, sagte Reinwald. "Das hat etwa ein Jahr gedauert." Von Polen aus über die Oder nach Deutschland zu kommen, stelle für Wildschweine keinerlei Schwierigkeit dar, so Reinwald. "Das sind sehr gute Schwimmer." Allerdings seien infizierte Tiere rasch geschwächt und einige schon nach 48 Stunden tot - weite Strecken legten sie selten noch zurück.

"Die Schuld an neuen Seuchenherden hat meist nicht das Wildschwein, sondern der Mensch." Über weggeworfene Wurstbrote oder die Einfuhr von Fleischwaren aus Risikogebieten reise das Virus vor allem entlang der Transitstrecken. "Auch Räuchern macht dem Virus nichts aus." Das Virus überlebe bis zu hundert Tage.

Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich, für Haus- und Wildschweine ist sie hingegen tödlich. Die Tierseuche wurde vor einiger Zeit von Afrika nach Europa eingeschleppt. Nach Angaben der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) wurden allein im August fünf Millionen Schweine in Asien vorsorglich getötet oder starben an der Seuche. Es gibt keine Impfstoffe gegen die Infektion.

Quelle: n-tv.de, lri/dpa

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