Panorama

"Es ist alles schwarz"Jeffrey Epstein soll Opfer betäubt haben

26.03.2026, 11:45 Uhr
00:00 / 04:20
Jeffrey-Epstein-s-waterfront-Palm-Beach-Florida-home-on-El-Brillo-Way-In-addition-to-his-Palm-Beach-home-Epstein-owns-a-residence-in-New-York-City-and-on-a-private-island-in-the-U-S-Virgin-Islands-Epstein-has-been-accused-of-molesting-hundreds-of-young-girls-in-his-homes-Emily-Michot-Miami-Herald-TNS-ABACAPRESS
Jeffrey Epsteins Haus in Palm Beach, Florida, war nach Überzeugungen der Ermittler mehrfach Tatort für Übergriffe. Inzwischen ist es abgerissen. (Foto: picture alliance / abaca)

Mehr als 1000 Mädchen und junge Frauen wurden Opfer von Jeffrey Epsteins sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen. Gegenüber der BBC schildert eine Frau, dass Epstein sich dabei nicht nur auf psychische Manipulation und finanziellen Druck verließ.

Während noch immer nicht alle sogenannten Epstein-Files veröffentlicht sind, hat sich ein weiteres Opfer des Sexualstraftäters zu Wort gemeldet. In einem BBC-Interview berichtet die Frau, die zu ihrem eigenen Schutz Nicky genannt wird, dass Epstein sie betäubt und vergewaltigt hat.

Die Frau, die mit dem britischen Sender unter der Bedingung sprach, dass ihre Anonymität gewahrt bleibt, hatte Epstein demnach kennengelernt, als sie 19 Jahre alt war und als Model arbeitete. Bei ihrer ersten Begegnung habe sie Epstein massiert, berichtete Nicky. Er habe sie aufgefordert, dazu ihr Oberteil und ihren BH auszuziehen. "Ich dachte ehrlich gesagt: Na ja, vielleicht ist es nur ein alter reicher Mann mit einem Fetisch, und was soll's", sagte sie. "Was soll's. Ich meine, es hat meine Miete bezahlt."

Die nächste Begegnung in seiner Villa in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida sei jedoch bereits anders verlaufen. Sie habe wieder ihr Oberteil ausgezogen und sich dann bei der Massage - "angefangen bei seinen Füßen" - hochgearbeitet. "Als ich bei seinem Oberschenkel ankam und zu seiner Brust überging, zog er an meiner Jeans, fast so, als wollte er sie aufknöpfen", sagte Nicky. Sie sagte Epstein, sie habe ihre Periode, was nicht stimmte. Er habe sie trotzdem dazu ermutigt, mit ihm Sex zu haben. Als sie das ablehnte, habe er vor ihr masturbiert, erinnerte sich Nicky.

Zwölf Stunden völliges Vergessen

Danach habe sie sich schnell angezogen, um das Haus zu verlassen. Sie sei ins Badezimmer gegangen, um sich das Massageöl von den Händen zu waschen. Als sie zurückkam, bot Epstein ihr einen Schluck Wasser an. "Ich habe etwas Wasser getrunken und kann mich an mindestens zwölf Stunden danach an nichts erinnern", sagte Nicky.

In dem Interview berichtete die Frau, sie sei mit Übelkeit, Abgeschlagenheit und einem Gefühl der Schwere aufgewacht. Als sie auf die Toilette ging, habe sie Anzeichen von Geschlechtsverkehr bemerkt, obwohl sie sich nicht daran erinnern konnte. In den Stunden ihrer Bewusstlosigkeit sei sie mutmaßlich von Epstein vergewaltigt worden.

Später am gleichen Tag habe Epstein sie um eine weitere Massage gebeten und ihre Befürchtungen bestätigt. Er habe sich ihr erneut sexuell genähert, was sie mit Verweis auf ihre angebliche Menstruation abgelehnt habe. Daraufhin habe Epstein gesagt: "Du musst mich nicht anlügen." Später sei ihr klar geworden, dass Epstein nur deshalb wissen konnte, dass sie nicht menstruierte, weil er sie vergewaltigt haben musste, während sie bewusstlos war.

Schwierige Heilung

"Ich habe verschiedene Psychotherapien ausprobiert, um mich zu erinnern, um einen flüchtigen Eindruck von etwas zu bekommen, aber es ist alles schwarz, ich habe keine Ahnung", sagte sie über die Begegnung. "Aber ich kann logisch eine Reihe von Annahmen treffen, die meiner Meinung nach sehr zutreffend wären." Inzwischen sei sie überzeugt, dass Epstein sie unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht hat.

Bis heute sei ihre Heilung schwierig, weil sie das Gefühl habe, dem "Täter nicht entkommen zu können". Schon der Name des Gesetzes, "Epstein Transparency Act", verherrliche ihrer Meinung nach weiterhin einen Missbrauchstäter und seine Taten.

Im November 2025 unterzeichnete US-Präsident Donald Trump ein vom Kongress verabschiedetes Gesetz, das das Justizministerium dazu verpflichtet, sämtliches Material aus seinen Ermittlungen gegen Epstein freizugeben. Rund zwei Millionen Akten wurden vom Justizministerium jedoch bis heute nicht freigegeben. Einem internen FBI-Vermerk vom Juli 2025 zufolge, wird inzwischen von mehr als Tausend Epstein-Opfern ausgegangen.

Quelle: ntv.de, sba

VergewaltigungJeffrey Epstein