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"Unpraktisch, unbequem, störend" Junge Radfahrer verzichten gerne auf Helm

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"Helm, nein danke", sagen viele Radfahrer - vor allem aus optischen Gründen.

(Foto: imago/MIS)

Jährlich sind über 20 Prozent der Verkehrstoten Radfahrer. Trotz des erhöhten Sicherheitsrisikos verzichten viele auf einen Helm, wenn sie auf zwei Rädern unterwegs sind. Eine neue Studie offenbart nun die Gründe.

Über die Hälfte der jungen Radfahrer im Alter zwischen 17 und 30 Jahren tragen nach eigenen Angaben selten oder nie einen Fahrradhelm. 40 Prozent besitzen erst gar keinen Helm, zehn Prozent tragen ihren Helm nur selten und weitere sechs Prozent nie, wie Bundesverkehrsministerium und Deutscher Verkehrssicherheitsrat unter Berufung auf eine Forsa-Onlineumfrage unter 1006 jungen Radlern mitteilten.

Noch niedriger schätzt die Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) die Zahl der helmtragenden jungen Radfahrer ein: Repräsentative Verkehrsbeobachtungen der Behörde von 17.278 Radlern im vergangenen Jahr ergaben, dass nur acht Prozent der Radfahrer zwischen 17 und 30 Jahren einen Helm trugen.

Die Helmmuffel gaben in der Forsa-Umfrage als Hauptgrund für ihr Verhalten an, dass sie Fahrradhelme als unpraktisch, unbequem oder störend empfinden (58 Prozent). Ebenfalls hielten viele den Helm für nicht notwendig oder nützlich (22 Prozent) oder lehnten ihn aus ästhetischen Gründen ab (18 Prozent). Bei dieser Abfrage unter 563 Menschen waren Mehrfachnennungen möglich.

Bundesverkehrsministerium und Verkehrssicherheitsrat verwiesen angesichts der Umfrage und der Bast-Zählungen auf Zahlen des Statistischen Bundesamts, wonach 2017 jeder fünfte Verletzte und fast jeder achte Verkehrstote im Straßenverkehr auf einem Fahrrad unterwegs war. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer nach ersten Auswertungen der Statistiker sogar noch um rund 14 Prozent an.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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