Panorama

Gewalt in Papua-Neuguinea Kämpfer töten Schwangere und Kinder

AP_19191149052182.jpg

In Papua-Neuguinea kämpfen verfeindete Clans gegeneinander, auch Kinder fallen den Kämpfen zum Opfer.

(Foto: AP)

Seit Jahrhunderten bekämpfen sich Clans in Papua-Neuguinea - doch seit sie automatisierte Waffen haben, sterben immer mehr Menschen. Nun gab es besonders grausame Attacken mit mindestens 24 Toten. Die Opfer sind Frauen und Kinder.

Bei Kämpfen rivalisierender Familienclans sind im Westen von Papua-Neuguinea innerhalb von drei Tagen mindestens 24 Menschen getötet worden. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, wie ein Vertreter der Provinzverwaltung in Hela mitteilte. Regierungschef James Marape, der aus der Provinz stammt, sprach vom "traurigsten Tag meines Lebens" und warnte die Täter: "Eure Zeit ist abgelaufen."

AP_19150385233199.jpg

James Marape.

(Foto: AP)

Im Hochland von Papua-Neuguinea kämpfen verfeindete Clans seit Jahrhunderten gegeneinander. Der Zugang zu automatisierten Waffen hat die Zahl der Todesopfer jedoch nach oben steigen lassen und die Gewalt weiter angeheizt. Grund für Auseinandersetzungen sind häufig alte Rivalitäten um Vergewaltigungen, Raub und Territorialgrenzen. Die Ordnungskräfte vor Ort sind unterbesetzt und mit der Situation überfordert.

Der konkrete Anlass für die Kämpfe der vergangenen Tage ist unklar. Das Ausmaß der Gewalt schockierte das Land. Bei einem Angriff in der Ortschaft Karida sollen Kämpfer in einem halbstündigen Blutrausch sechs Frauen und acht Kinder sowie zwei schwangere Frauen mit ihren ungeborenen Kindern getötet haben.

Regierungschef Marape kündigte die Entsendung weiterer Sicherheitskräfte in die Region an. An die Täter gewandt sagte er: "Merkt euch, was ich mit Kriminellen tun werde, die unschuldige Menschen töten, ich habe keine Angst, die volle Härte des Gesetzes gegen euch anzuwenden." Die Todesstrafe sei bereits Gesetz, fügte er hinzu.

*Datenschutz

 

Quelle: n-tv.de, vpe/AFP