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Apokalyptische Bilder aus Santa Rosa: In der rund 175.000 Einwohner zählenden Stadt wurde eine Ausgangssperre verhängt, um Plünderungen zu verhindern.
Apokalyptische Bilder aus Santa Rosa: In der rund 175.000 Einwohner zählenden Stadt wurde eine Ausgangssperre verhängt, um Plünderungen zu verhindern.(Foto: AP)
Mittwoch, 11. Oktober 2017

Noch lange keine Entwarnung: Kalifornien erlebt "die schlimmsten Brände"

Der Sonnenstaat an der US-amerikanischen Westküste ist einiges gewohnt, was Waldbrände anbelangt. Doch das aktuelle Feuer übertrifft alles, was Kalifornien bislang kannte. Die Gründe: Trockenheit und starke Winde. Und das Wetter ändert sich nicht.

"Es ist verheerend", sagt der kalifornische Politiker Mike Thompson der "San Francisco Chronicle", nachdem er die Waldbrand-Regionen im Norden des Sonnenstaates mit einem Hubschrauber überflogen hat. "Ich gehe davon aus, dass dies die schlimmste Brandkatastrophe der kalifornischen Geschichte ist."

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Dabei sind Waldbrände in Kalifornien an sich nichts Ungewöhnliches. Doch diesmal ist ihre zerstörerische Kraft besonders groß. Die Gründe: ein extrem heißer Sommer, der die Vegetation ausdörren ließ, sowie starke Winde aus dem Landesinnern; Bedingungen, wie man sie sonst vor allem aus dem Süden des US-Bundesstaates kennt.

"Es sind nicht einfach Feuer", sagt Bret Gouvea von der kalifornischen Feuerschutzbehörde. "Durch die Winde laufen diese Brände sehr schnell aus dem Ruder." Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Kilometern pro Stunde fegt der Wind derzeit durch Nordkalifornien. Er treibt Glut und Funken vor sich her, immer neue Brände entstehen, das Feuer scheint herumzuspringen. Das machte auch die Flucht aus betroffenen Wohngebieten so schwierig: Die Bewohner waren von Feuern umzingelt.

Noch nicht aus dem Gröbsten raus

17 aktive Brände zählen die Behörden, rund 465 Quadratkilometer Land haben die Flammen im Napa County und in und um Santa Rosa bereits zerstört. Mindestens 2000 Häuser sind betroffen, ganze Straßenzüge liegen in Schutt und Asche, über 100 Menschen werden vermisst, mindestens 17 sind in den Flammen ums Leben gekommen. Die Behörden rechnen damit, dass die Zahlen steigen werden. Und sie können noch lange keine Entwarnung geben.

"Wir sind noch weit davon entfernt, aus dem Gröbsten raus zu sein", sagt Ken Pimlott, ebenfalls von der Feuerschutzbehörde. Das Wetter der nächsten Tage ist den Bränden zuträglich. Regen ist nicht in Sicht. Die Feuerwehr geht davon aus, dass die Brände nach Norden und Osten wandern werden. Dort treffen sie abermals auf trockenes Unterholz, das sich – so ein Experte zur "Los Angeles Times" – mit 80- bis 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit entzünden wird.

Viele Feuerwehren aus dem Süden Kaliforniens wurden in den Norden geschickt, auch mehrere Hubschrauber sind im Einsatz. Dennoch wird es nach Einschätzung der kalifornischen Feuerwehr noch einige Zeit dauern, bis Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, zurückkehren können. Es brauche noch mehrere Tage, vielleicht sogar Wochen, bis die Feuer eingedämmt seien.

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Quelle: n-tv.de

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