Panorama

Video fließt in Ermittlungen ein Kamera filmt tödliche Augsburg-Attacke

Ein Feuerwehrmann wird in Augsburg von einer Gruppe Jugendlichen getötet. Mittlerweile ist klar: Die Todesursache war ein einziger Schlag gegen den Kopf. Wie es allerdings dazu kam, könnte nun in einem Video zu sehen sein, das von einer Kamera in einem Taxi aufgenommen wurde.

Bei den Ermittlungen nach der tödlichen Attacke auf einen 49-Jährigen in Augsburg hat die Kripo auch eine sogenannte Dashcam ausgewertet. Diese Frontscheibenkamera aus einem Taxi soll die Tat aufgezeichnet haben. Das Video, über das die "Augsburger Allgemeine" zuerst berichtete, zeigt ein kurzes Handgemenge zwischen dem späteren Opfer und Jugendlichen.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft erklärte, dass das Dashcam-Video bekannt und in die Ermittlungen eingeflossen sei. Ein in Augsburg geborener 17-Jähriger, der die deutsche, die türkische und die libanesische Staatsbürgerschaft besitzt, sitzt unter anderem wegen Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Experten bezweifeln jedoch, ob der Vorwurf einer Tötungsabsicht vor Gericht Bestand haben kann. "Einen Mann mit einem Schlag töten - das hat nicht einmal Old Shatterhand geschafft", sagte Professor Christian Pfeiffer, langjähriger Leiter des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen.

Nach Überzeugung der Ermittler jedoch war es ein einziger Schlag, der den 49 Jahre alten Passanten auf dem Heimweg vom Weihnachtsmarkt in Augsburg tötete. Gegen sechs weitere Jugendliche beziehungsweise junge Männer wurden Haftbefehle wegen Beihilfe zum Totschlag erlassen. Einige Anwälte der Mitbeschuldigten bezweifeln nun, dass sich die Beihilfevorwürfe halten lassen. Sie beziehen sich dabei auch auf das Taxi-Video.

Der 49-Jährige, ein Mitarbeiter der Augsburger Berufsfeuerwehr, war am Freitagabend bei einem Streit mit einer Gruppe junger Männer auf dem Augsburger Königsplatz getötet worden. Der Mann war mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar auf dem Heimweg von einem Weihnachtsmarkt und einem anschließenden Restaurantbesuch gewesen. Der zweite Mann, ein 50-Jähriger, wurde erheblich verletzt, die Ehefrauen blieben körperlich unversehrt.

Quelle: ntv.de, vmi/dpa