Panorama

Selbstmordwelle in Reservat Kanadas Indianer leben wie unter Apartheid

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"Todeszelle" steht an einer Hauswand in einem Reservat in Attawapiskat, Ontario.

(Foto: AP)

Eine Reihe von Selbstmorden in einer indigenen Gemeinde in Kanada veranlasst die Justiz zu einer kritischen Untersuchung. Das Ergebnis ist verheerend: Die Indianer leiden unter akuten sozialen Problemen. Schuld daran ist das überholte Reservat-System.

Nach einer Serie von Suiziden unter Ureinwohnern hat ein Untersuchungsbericht der kanadischen Justiz vernichtende Kritik am System der Indianerreservate geübt. Die Menschen in den Reservaten lebten wie in einem "Apartheid-System", heißt es in dem vorgelegten Bericht eines Untersuchungsrichters in der Provinz Québec.

Kanadas Indianer seien in Reservaten untergebracht, "wo sie sich nicht entwickeln oder emanzipieren können", kritisiert der Bericht. Das zugrunde liegende Gesetz sei eine "archaische und überholte Regelung, die zwei Sorten von Bürgern schafft - die Ureinwohner und die Nicht-Ureinwohner".

In der Folge seien die Indianer seit mindestens 150 Jahren in Reservaten untergebracht, deren Lebensumstände der Hauptgrund für die vielen gesellschaftlichen Probleme innerhalb der Gemeinden seien. Der Bericht nennt Arbeitslosigkeit, Armut, Alkoholismus, Drogenkonsum, Kriminalität, familiäre Gewalt, Schulversagen und Suizide.

"Es ist an der Zeit, dieses Apartheid-Regime zu beenden", fordert der rund 40-seitige Bericht, der von Untersuchungsrichter Bernard Lefrançois erstellt wurde. Lefrançois war mit der Untersuchung beauftragt worden, nachdem sich in einer kleinen Indianersiedlung im Norden Québecs 2015 binnen weniger Monate fünf Menschen das Leben genommen hatten. Im Leid dieser fünf Menschen spiegle sich das "kollektive Leid einer ganzen Gemeinschaft" wider, resümiert der Bericht.

Quelle: ntv.de, sro/AFP

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