Panorama

Abgrenzung zu Franziskus?Kardinäle aus aller Welt erstmals zu Beratungen bei Papst Leo XIV.

07.01.2026, 20:54 Uhr
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Worüber Leo bei dem Konsistorium mit den Kardinälen genau beraten wird, verrät der Vatikan nicht. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Das erste Mal seit seiner Wahl lädt Papst Leo alle Kardinäle in den Vatikan. Hinter verschlossenen Türen will er über Schwerpunkte seines jungen Pontifikats beraten. Auf der Tagesordnung sollen auch Reformdokumente von Vorgänger Franziskus stehen.

Papst Leo XIV. empfängt erstmals Kardinäle aus aller Welt zu einem besonderen Gipfeltreffen für Beratungen über die Zukunft der katholischen Kirche im Vatikan. Bis Donnerstag hält der Pontifex sein erstes außerordentliches Konsistorium seit dessen Wahl im vergangenen Mai ab.

Eine solche Versammlung aller Kardinäle kommt äußerst selten vor. Anders als bei ordentlichen Konsistorien, die mitunter mehrmals jährlich stattfinden können, werden bei einem außerordentlichen Konsistorium nicht nur die in Rom ansässigen Kardinäle einberufen, sondern alle weltweit. Derzeit sind dies 245 Kirchenmänner. Das Konsistorium ist das wichtigste Beratungsgremium des Papstes.

Worüber Leo bei dem Konsistorium mit den Kardinälen genau beraten wird, hat der Vatikan nicht offiziell mitgeteilt. In der Ankündigung der Versammlung hieß es nur, die gemeinsamen Momente sollen dem katholischen Kirchenoberhaupt "Unterstützung und Rat bei der Ausübung seiner hohen und verantwortungsvollen Aufgabe in der Leitung der universalen Kirche bieten".

Auf der Tagesordnung steht nach Angaben des Portals "Vatican News" die Diskussion über zwei zentrale Reformdokumente von Leos Vorgänger Franziskus. Unter anderem das Mitspracherecht aller Katholiken in der Kirche sowie die Beziehung zwischen Römischer Kurie und den Ortskirchen dürften in diesem Zusammenhang Themen der Beratungen sein. Ebenfalls das kontroverse Thema der alten lateinischen Messe könnte besprochen werden. Die Debatte ist weniger eine rein sprachliche, sondern eine kirchenpolitische.

Der im vergangenen April gestorbene Franziskus hatte bei der Leitung der Kirche weniger auf Konsistorien - also die formelle Vollversammlung der Kardinäle - oder das Kardinalskollegium im Ganzen gesetzt. Stattdessen setzte er einen sogenannten Kardinalsrat aus neun Kirchenmännern ein, der sich alle paar Monate mit Franziskus traf. Die Einberufung des Konsistoriums könnte darauf hindeuten, dass Leo auf den Wunsch der Kardinäle eingehen will, stärker einbezogen zu werden.

Quelle: ntv.de, bho/dpa

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