Panorama

Fund im Zentrum am RheinKölner Weltkriegsbombe ist entschärft

27.08.2015, 21:23 Uhr
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Die Fundstelle befindet sich links von der hier zu sehenden Hohenzollernbrücke, die zwischenzeitlich gesperrt wurde. (Foto: picture alliance / dpa)

Bei Arbeiten am neuen Rheinboulevard in Köln finden Bauarbeiter eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Was folgt, sind bange Stunden für mehrere tausend Menschen. Kurz nach Mitternacht gelingt es Experten, den Blindgänger unschädlich zu machen.

Die Zehn-Zentner-Bombe am Kölner Rheinufer gegenüber der Altstadt ist in der Nacht zum Freitag erfolgreich entschärft worden. Gegen 0.25 Uhr wurde der Zünder der Bombe amerikanischer Bauart unschädlich gemacht, wie die Stadt mitteilte. Die Entschärfung des Blindgängers sei ohne Probleme verlaufen.

Zuvor mussten mehrere tausend Menschen die Gebäude in der näheren Umgebung verlassen. Das Hyatt-Hotel wurde ebenso geräumt wie die von vielen Gaststätten genutzte erste Häuserzeile der gegenüberliegenden Altstadt. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, wurden in den nahe gelegenen Messehallen Mitarbeiter von RTL und der Versicherung HDI aufgefordert, sich in hintere Gebäudeteile zu begeben. Kurz nach Mitternacht war die Evakuierung erfolgreich abgeschlossen.

Rund 200 Anwohner kamen in einem Gymnasium unter, andere fanden im Spanischen Bau des Rathauses Platz. Der Zugverkehr auf der Hohenzollernbrücke wurde eingestellt, der Deutzer Bahnhof wurde ebenfalls gesperrt. Auch der Schiffsverkehr auf dem Rhein war betroffen. Alle Anwohner konnten nach der Entschärfung in ihre Häuser und Wohnungen zurück. Auch die Verkehrssperrungen wurden aufgehoben, Zug- und Schiffsverkehr waren wieder freigeben.

Zufälliger Fund im Stadtzentrum

Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war zufällig am Nachmittag bei Arbeiten am neuen Rheinboulevard zwischen Deutzer und Hohenzollernbrücke entdeckt worden. Die gezielte Suche an einigen Verdachtspunkten war in den vergangenen Tagen ergebnislos geblieben. Der Rheinboulevard im Stadtteil Deutz ist eines der wichtigsten und größten Stadtentwicklungsprojekte seit Jahren. Es soll die beiden Uferseiten stärker zusammenwachsen lassen.

Erst Ende Mai hatten die Kölner wegen einer Bombenentschärfung den Atem angehalten. Die vor genau drei Monaten gefundene Bombe war allerdings doppelt so schwer wie die nun entdeckte. 20.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, die Fundstelle befand sich aber nicht im Zentrum, sondern im Stadtteil Riehl. Die Entschärfung war erfolgreich.

Alliierte Bomber griffen Köln im Zweiten Weltkrieg häufig an und legten weite Teile der Stadt in Schutt und Asche. 95 Prozent der Altstadt wurden zerstört. Dabei ragt die "Operation Millenium" heraus, bei der die Briten Ende Mai 1942 erstmals 1000 Bomber gleichzeitig einsetzten. 500 Kölner starben. Insgesamt erlebte Köln 262 Luftangriffe.

Quelle: ntv.de, vpe/cri/dpa

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