Panorama

Prügelattacke einer First LadyKommt Grace Mugabe ungeschoren davon?

16.08.2017, 21:19 Uhr
43d8f1c36aaa4d621c235e5c6f6df67e
Gar nicht First-Lady-like: Grace Mugabe schlägt Model. (Foto: AP)

Mit einem Verlängerungskabel schlägt Simbabwes First Lady auf eine junge Frau ein. Fotos zeigen das Model mit einer Platzwunde am Kopf. Doch einer möglichen Strafverfolgung entzieht sich Grace Mugabe offenbar.

Nach den Prügel-Vorwürfen gegen Simbabwes First Lady Grace Mugabe herrscht weiter Unklarheit, ob die Präsidentengattin sich wegen ihrer mutmaßlichen Gewalttat verantworten muss. Das südafrikanische Polizeiministerium gab bekannt, dass sich die 52-Jährige auf ihre diplomatische Immunität beruft. Zwar wisse man, "wo die Verdächtige ist", sagte Polizeisprecher Vishnu Naidoo. Die Ermittlungen würden fortgesetzt, bislang gebe es aber keinen Haftbefehl.

b9ca02674b8d913842305ed4e3f7da4d
Gabriella Engels zeigt ihre klaffende Wunde. (Foto: AP)

Zu dem Aufenthaltsort der simbabwischen Präsidentengattin machte Naidoo keine Angaben. Medienberichte hatten nahe gelegt, dass Grace Mugabe nach ihrem mutmaßlichen Angriff auf das 20-jährige Model Gabriella Engels fluchtartig nach Simbabwe heimgekehrt sei. Andere Quellen legen nahe, dass sie sich nach wie vor zur Behandlung einer Knöchelverletzung in Südafrika aufhält.

Engels beschuldigt die 52-jährige Präsidentengattin, sie am Sonntag in einem Hotel in Sandton, einem schicken Viertel von Johannesburg, mit einer Verlängerungsschnur geschlagen und sowohl an der Stirn als auch am Hinterkopf verletzt zu haben. Polizeifotos zeigen Engels mit einer blutenden Kopfwunde.

Immer weiter zugeschlagen

Am Montag erstattete das Model Anzeige. Mugabe soll der jungen Frau vorgeworfen haben, mit ihren beiden Söhnen Robert und Chatunga, die in Johannesburg leben, ausgegangen zu sein und mit ihnen gefeiert zu haben. Engels sagte der Nachrichten-Website "News 24", die First Lady sei "ausgeflippt" und habe immer weiter zugeschlagen. "Ich musste aus dem Zimmer krabbeln, bevor ich weglaufen konnte."

Während der tätlichen Auseinandersetzungen seien die Söhne Mugabes im Nachbarraum gewesen, hatte Engels zuvor geschildert. "Meine Stirn ist aufgeschlagen - ich bin ein Model und verdiene mein Geld mit meinem Aussehen!"

Der südafrikanische Sicherheitsminister Fikile Mbalula hatte zunächst signalisiert, Mugabe werde sich in Johannesburg einer Polizeivernehmung stellen. Ein Polizeisprecher sagte jedoch, dazu sei es nicht gekommen. Mbalula sagte, ausländische Bürger müssten "einsehen, dass sie Verantwortung tragen". Jemand aus Südafrika könne auch "nicht einfach nach Simbabwe gehen und dort Leute verprügeln".

Die in Südafrika geborene Grace Mugabe hat mit ihrem 93-jährigen Ehemann außer den beiden Söhnen noch eine Tochter. Die als prunksüchtig geltende ehemalige Sekretärin des Präsidenten hält bei Kundgebungen in Simbabwe regelmäßig Ansprachen und wird von einigen als Nachfolgerin des autoritären Staatschefs gehandelt.

Quelle: dsi/AFP

SimbabweKriminalität