Panorama

Nach jahrelangem Rückgang Kriminalität an Schulen nimmt wieder zu

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In Zeiten medialer Aufregung über Gewalttaten werden Straftaten häufiger angezeigt.

(Foto: imago)

Bis 2016 nehmen Gewalt und Kriminalität auf deutschen Schulhöfen immer weiter ab. Doch im vergangenen Jahr werden wieder mehr Straftaten registriert. Die genauen Gründe dafür sind noch nicht bekannt - aber es gibt Erklärungsversuche.

Steigende Kriminalität auf dem Schulhof: Etliche Bundesländer haben für 2017 einen teils spürbaren Anstieg von Kriminalität und Gewalt an Schulen registriert. Das geht aus den Statistiken der Landeskriminalämter hervor. Bundesweite Zahlen will das Bundeskriminalamt in einigen Wochen vorlegen.

Was sich dagegen nicht verändert hat: die große Mehrzahl der Täter ist männlich und deutsch. Der Anstieg der Schulstraftaten geht nach Angaben des Landeskriminalamtes Niedersachsen auch mit einem Anstieg der gesamten Jugendkriminalität im Jahr 2017 einher. Nach zehnjährigem Rückgang nahm die Zahl minderjähriger Tatverdächtiger in dem Flächenland um vier Prozent zu, die Zahl tatverdächtiger Kinder stieg um 21 Prozent. Warum das so ist, untersucht das LKA. Auch für den Wiederanstieg der Kriminalität an Schulen gibt es noch keine Erklärung. 

Laut Kriminologe Christian Pfeiffer könnte der Anstieg an einem geänderten Anzeigeverhalten liegen - in Zeiten großer medialer Aufregung über Gewalttaten würden Straftaten häufiger angezeigt. Auch wenn es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Ausländer handele, sei die Anzeigebereitschaft statistisch erwiesenermaßen höher. Mit einer nach dem Flüchtlingszuzug gestiegenen Zahl ausländischer Schüler könne dies möglicherweise den Anstieg erklären.

Den bisherigen Rückgang von Gewalt an Schulen dokumentieren die jüngsten bis 2016 reichenden Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Demnach haben sich die gemeldeten sogenannten Raufunfälle an Schulen mit leichten und schwereren Verletzungen seit 1993 in etwa halbiert.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

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