Panorama

55.000 für erfundenen Unfall Kriminologe fällt fast auf Fake-Polizisten rein

imago0095119197h.jpg

Hatte schon bei seiner Bank angerufen: Christian Pfeiffer macht den Betrugsversuch öffentllich.

(Foto: imago images/Joachim Sielski)

Der bekannte Kriminologe Pfeiffer kennt sich aus mit Tätern und ihrer Psyche. Trotzdem wäre er fast auf einen Fakeanruf falscher Polizisten hereingefallen: Seine Tochter sei in einen Unfall verwickelt und brauche Geld. Nur durch Zufall kommt es nicht zur Geldübergabe.

Mit einem emotionalen Schockanruf haben Trickbetrüger beinahe den Kriminologen Christian Pfeiffer hereingelegt, wie er selber darlegte. Die Täter hätten sich als Polizisten ausgegeben, sagte der Kriminologe aus Hannover vor Journalisten. Demnach sollte seine Tochter in einen Autounfall mit einem Kind verwickelt gewesen sein und benötigte 55.000 Euro als Kaution, um einem Haftbefehl zu entgehen. Geschickt hätten die Betrüger einen realistischen Anruf vorgetäuscht, Details wie den Namen der Tochter und die Farbe ihres Autos genannt und ihn so dazu bewegt, Kontakt mit seiner Bank aufzunehmen.

Der Betrug sei aufgeflogen, als Pfeiffer nach technischen Problemen die echte Polizei in Hannover anrief, um einen erneuten Kontakt herzustellen. Der prominente Kriminologe wollte mit seiner Pressekonferenz gemeinsam mit der Polizei der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover Menschen auf die Betrugsmasche hinweisen.

Polizei bricht Geldübergabe ab

Bundesweit kommt es wieder zu solchen Anrufen - und immer wieder fallen Menschen darauf herein. Allein in Niedersachsen liegt die Gesamtzahl der Fälle mit falschen Polizeibeamten im ersten Halbjahr laut Polizei im mittleren vierstelligen, die Zahl der Taten, bei denen Täter Geld erbeuteten, im oberen zweistelligen Bereich. Häufig rufen die Betrüger aus dem Ausland an, auf dem Display des Telefons erscheint dennoch meist eine deutsche Nummer.

Nachdem Pfeiffer den Betrug bemerkte, versuchte er, gemeinsam mit der Polizei die Betrüger zu fassen. Klar sei ihm gewesen, er werde höchstwahrscheinlich beobachtet, sagte er. Mit verdecktem Polizeischutz machte sich Pfeiffer auf den Weg zur Bank und schob einen Zettel hin, auf dem stand "Betrug: 55.000 Euro". Die Mitarbeiterin steckte in eine kleine Tasche gewöhnliches Papier. Die Betrüger forderten Pfeiffer auf, das Geld nach Hildesheim zu bringen. Aus Sicherheitsgründen brach die Polizei die Aktion ab. Die Gefahr war zu hoch, dass Pfeiffer etwas auf dem Weg passieren könnte. So wurden die Täter nicht gefunden.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen