Panorama

Weiterhin Badeverbot für Unstrut Krokodil-Suche hält Sachsen-Anhalt in Atem

Mögliche Krokodil-Sichtungen gehören zu einem echten Sommer einfach dazu - jetzt wird gerade in Sachsen-Anhalt nach einem Exemplar gesucht. Bisher wie fast immer erfolglos. Es ist längst nicht der einzige Verdachtsfall.

Wegen eines möglicherweise in der Unstrut schwimmenden Krokodils ist im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt ein Badeverbot erlassen worden. Das Verbot gelte zunächst bis zum 6. September, teilte der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich, in Naumburg mit. Demnach dürfe niemand zwischen der Landesgrenze zu Thüringen bei Wendelstein und der Einmündung in die Saale am Blütengrund bei Naumburg in den Fluss gehen.

Einsatzkräfte suchen von Freitagmorgen an nach einem lebenden Krokodil in dem kleinen Fluss im Süden von Sachsen-Anhalt. Wie die "Volksstimme" aus Magdeburg berichtet, wurde diese am Sonntag eingestellt. Demnach wurde auch aus der Luft gesucht. Landrat Ulrich sagte demnach, es habe trotz intensiver Maßnahmen keine konkreten Hinweise auf ein lebendiges Krokodil gegeben. Das Badeverbot gelte aber vorsorglich weiter.

Zuvor gab es zwei Hinweise von Zeugen, die ein Reptil in der Nähe des Ortes Laucha an der Unstrut gesehen haben wollen. Die Polizei nahm die Meldungen ernst. Die Schleusen in Trösdorf und Wetzendorf wurden daraufhin vorübergehend geschlossen. Laut "Volksstimme" brodelte die Gerüchteküche - so hätten manche vermutet, dass ein Krokodil aus dem Erlebnistierpark Memleben im Südwesten des Bundeslandes ausgebrochen sein könnte. Dann stellte sich heraus, dass es dort gar keine gibt.

Im Schatten von Sammy und Saturn

Mögliche Krokodil-Sichtungen sorgen immer mal wieder für Aufregung. So etwa im Juli im ostfriesischen Jever, wo eine Passantin die Polizei alarmierte - später stellte sich heraus, dass es nichts weiter als ein Schwimmtier aus Kunststoff war. Auch im niedersächsischen Stade gingen die Beamten einem Hinweis nach, ein Krokodil könnte sich in einem Wassergraben tummeln. Dort war es ein täuschend echtes Spielzeug aus Gummi.

Der wohl bekannteste Fall dieser Art war aber der fast schon legendäre Kaiman Sammy, der 1994 das ganze Land belustigte und auch ein wenig in Atem hielt. Sein Besitzer hatte das Tier in einen Badesee bei Dormagen mitgenommen, wo es ihm entwischte. Tagelang wurde das "Ungeheuer von Loch Neuss" gesucht, bis es schließlich gefunden wurde. Der "Tagesspiegel" bezeichnet das Sommer-Spektakel als die "Mutter aller Krokodilmeldungen im jährlichen Sommerloch". Seitdem gebe es jedes Jahr angebliche Sichtungen von Krokodilen. Sammy starb übrigens 2013 auf einer Krokodilfarm in Hessen.

Ein echter Alligator, der tatsächlich jahrelang frei in Berlin herumgekrochen ist, machte neulich wieder Schlagzeilen - als er in Russland starb. Saturn verschied im Alter von 84 Jahren in Moskau. Er entkam 1943 nach einem Bombardement aus dem Berliner Zoo und wurde erst drei Jahre später von einem britischen Soldaten entdeckt. Wie er die Zeit überlebte, ist ein Rätsel. Im Juli 1946 wurde er nach Moskau gebracht. Es gab auch Spekulationen, das Tier könnte Adolf Hitler gehört haben, die aber bisher nicht belegt wurden.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa