Panorama

Schuss auf Frankfurter Anwalt Lange Strafe für Unternehmer Falk gefordert

Der Angeklagte Alexander Falk (M) mit seinen Verteidigern Daniel Wölky (l) und Björn Gercke. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild

Der Angeklagte Alexander Falk (M.), hier mit seinen Verteidigern, soll für sechs Jahre ins Gefängnis, wenn es nach der Staatsanwaltschaft geht.

(Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild)

2010 wird einem Anwalt von bisher unbekannten Tätern ins Bein geschossen. Der Jurist arbeitet damals an einer Millionenklage gegen den Unternehmer Alexander Falk. Im Prozess um den Anschlag fordert die Staatsanwaltschaft nun sechs Jahre Haft für Falk, weil er den Angriff in Auftrag gegeben haben soll.

Im Prozess um einen Anschlag auf einen Frankfurter Anwalt hat die Staatsanwaltschaft sechs Jahre Haft für den Hamburger Unternehmer Alexander Falk gefordert. Der 50-Jährige habe sich der Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, sagte Staatsanwältin Nicole Metcalf vor dem Landgericht Frankfurt. In dem Prozess geht es um einen Schuss auf den Juristen im Februar 2010, bei dem dieser schwer am Oberschenkel verletzt worden war.

Metcalf sagte, das Verfahren habe gezeigt, dass bei Falk kriminelle Energie und Rechtsfeindlichkeit vorliege. Er habe den Auftrag zu dem Angriff erteilt, der als Angriff auf den Rechtsstaat zu werten sei. Der Schuss hätte auch lebensgefährlich sein können. Falk sitzt seit 22 Monaten in Untersuchungshaft.

Das Motiv sieht die Anklage in einem Verfahren vor dem Hamburger Landgericht um manipulierte Umsätze beim Verkauf von Falks Firma Ision an ein britisches Telekommunikationsunternehmen im Jahr 2000. Der angeschossene Anwalt bereitete eine Millionenklage gegen den heute 50-Jährigen vor, der nach dem Verkauf des bekannten Stadtplan-Verlags Falk in Internetunternehmen investiert hatte und zeitweise als einer der hundert reichsten Deutschen galt. Zuvor hatte Falk erneut seine Unschuld beteuert.

Das Plädoyer der Verteidigung sollte am Nachmittag folgen. Der Auftrag zu dem "Schusswaffenattentat" ging an ein Bruderpaar aus der Türkei, sagte Metcalf. Das Gericht konnte die Männer eigenen Angaben zufolge nicht zur Vernehmung nach Deutschland holen, weil ihr genauer Aufenthaltsort nicht bekannt sei.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa