Panorama
Dienstag, 15. November 2005

Sicherungsverwahrung: Lebenslang für Carolins Mörder

Das Landgericht Rostock hat den Mörder der 16-jährigen Carolin aus Graal-Müritz (Mecklenburg-Vorpommern) zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter stellten zudem die besondere Schwere der Schuld des 29-Jährigen fest. Sie verhängten gegen ihn eine Sicherungsverwahrung im Anschluss an die Haftzeit.

Der Mann wurde für schuldig befunden, im Juli dieses Jahres die Gymnasiastin im Wald nahe ihres Heimatortes Graal-Müritz vergewaltigt und erschlagen zu haben. Am vergangenen Freitag hatte der 29-Jährige in seinem Schlusswort gesagt, das Geschehene tue ihm Leid. Richter und Staatsanwaltschaft werteten das als Geständnis.

Nur eine Woche vor dem Mord an Carolin war der Angeklagte nach einer siebenjährigen Haftstrafe wegen Vergewaltigung trotz negativer Prognosen entlassen worden. Ein psychologisches Gutachten hatte dem Mann psychopathische Neigungen und asoziale Persönlichkeitsstörungen attestiert und ihn als nahezu untherapierbar beschrieben.

Zur Tat selbst hatte sich der Angeklagte im Prozess nicht geäußert. Die Staatsanwaltschaft schilderte den von ihr angenommenen Ablauf der Tat. Demnach lauerte der Täter dem Mädchen an einem Waldweg auf und schleppte die Schülerin mehrere hundert Meter weit ins Dickicht. Dort habe er sie gezwungen, sich auszuziehen und sie vergewaltigt. Anschließend musste sie sich wieder anziehen. Schließlich habe er dem Mädchen mehrfach einen schweren Gegenstand gegen Kopf und Hals geschlagen und es so getötet. Das Tatwerkzeug wurde nie gefunden, die Ermittler gehen davon aus, dass es ein Stein war.

Carolins Eltern wollen gerichtlich gegen die Justizbehörden vorgehen. Sie hätten es zugelassen, dass der Täter trotz mehrfacher negativer Prognosen nach Verbüßung der vorhergegangenen Haftstrafe freigelassen wurde.

Quelle: n-tv.de