Panorama

Skelette zu Puppen verarbeitet Leichensammler packt aus

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Das Standbild aus einem Polizei-Video zeigt den 45-jährigen Russen Anatoli M., der die Mädchenleichen gestohlen haben soll.

(Foto: dpa)

In Russland soll ein Wissenschaftler Skelette junger Frauen aus muslimischen Gräbern gestohlen haben. Später zieht der 45-Jährige den Leichen Frauenkleider an und macht sie wie Puppen zurecht. Psychologen warnen indes vor voreiligen Schlüssen, den Festgenommenen als Verbrecher oder Irren abzustempeln.

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Aus Mädchenleichen machte der Mann solche Puppen. (Polizeifoto)

(Foto: dpa)

Mit 26 Frauenleichen soll ein Russe in der Stadt Nischni Nowgorod an der Wolga in einer Dreizimmerwohnung gelebt haben. Die Polizei entdeckte die mumifizierten Skelette bei einer Durchsuchung. Nach Festnahme und Verhör des Verdächtigen kommen immer mehr Details ans Licht. Der Heimatkundler habe die Leichen von Mädchen und Frauen allem Anschein nach auf Friedhöfen ausgegraben, wie Polizeikreise mitteilten. Zumeist soll es sich um Skelette junger Frauen aus muslimischen Gräbern gehandelt haben, berichtete die Moskauer Boulevardzeitung "MK". Der 45-Jährige soll den Skeletten später Frauenkleider angezogen und sie wie Puppen zurechtgemacht haben.

Das Internetportal lifenews.ru veröffentlichte Fotos der Mumien aus der Dreizimmerwohnung sowie ein Bild des Mannes, der auch auf Friedhöfen übernachtet haben soll. Unter Berufung auf Polizeikreise hieß es in dem Boulevardmedium, dass die Frauen 15 bis 25 Jahre alt gewesen seien, als sie starben. Aufgeflogen sei die grausige Knochensammlung, als die Eltern den Mann in seiner Wohnung besuchten.

Die Leichen würden nun von Experten untersucht, um sie wieder ihren Gräbern zuzuordnen. Ermittelt wird unter anderem wegen Störung der Totenruhe. Über die Hintergründe der Sammelleidenschaft des Mannes war zunächst nichts bekannt. Psychologen kennen das Phänomen der Nekrophilie. Dabei geht es um Menschen, die sich zu Leichen hingezogen fühlen und davon auch sexuell erregt werden.

Psychologen warnen indes vor voreiligen Schlüssen, den Festgenommenen als Verbrecher oder Irren abzustempeln. "Er ist ein Wissenschaftler, der bei seiner Arbeit die Grenzen überschritten hat", sagt der Psychologe Michail Winogradow in der Zeitung "Nowye Iswestija". Mumien- und Knochensuche seien auch bei vielen Archäologen üblich. "Dieser Mensch hat vielmehr die moralischen Normen verletzt", sagte Winogradow. Eine harte Strafe für ihn sei aber nicht zu erwarten.

Quelle: n-tv.de, dpa