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Entwarnung nach Drohnen-Alarm London-Heathrow ist wieder in Betrieb

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Heathrow gehört zu den wichtigsten Drehkreuzen weltweit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wenige Tage nach dem Drohnen-Chaos am Flughafen Gatwick Ende Dezember tauchen am Londoner Großflughafen Heathrow ebenfalls unbemannte Flugobjekte auf. Europas größtes Luftdrehkreuz muss den Betrieb vorübergehend einstellen.

Nur drei Wochen nach dem Verkehrschaos am Londoner Flughafen Gatwick hat der englische Hauptstadt-Airport Heathrow wegen einer Drohnen-Sichtung kurzzeitig alle Abflüge ausgesetzt. Rund eine Stunde lang durfte am Dienstagabend keine Maschine abheben, bevor Europas größter Flughafen schließlich Entwarnung gab. Polizei und Militär wurden zur Hilfe gerufen, um weitere Störungen im Flugverkehr zu verhindern und den oder die mutmaßlichen Drohnen-Piloten dingfest zu machen.

Es habe sich um eine Vorsichtsmaßnahme gehandelt, teilte das Airport-Management mit. "Wir werden die Lage im Auge behalten und bitten alle Betroffenen um Entschuldigung." Der Flugbetrieb laufe inzwischen wieder normal, hieß es gegen Mitternacht. Nach Polizeiangaben wurde eine umfassende Suche im Umfeld des Flughafens eingeleitet, um die Verantwortlichen hinter der Störaktion zu finden.

Drohnen-Sichtung kurz nach 18 Uhr

Heathrow gehört zu den wichtigsten Drehkreuzen weltweit, zumal dort hauptsächlich Auslandsflüge abgefertigt werden. Gemessen an der Anzahl der abgefertigten Passagiere ist der Flughafen das größte und wichtigste Drehkreuz im europäischen Flugreiseverkehr.

Nach Polizeiangaben wurden die Sichtungen kurz nach 18 Uhr MEZ gemeldet und alle Abflüge daraufhin gestoppt. Polizisten hätten die Drohne mit eigenen Augen gesehen. Auf Fernsehbildern war deutlich ein Objekt am Himmel zu erkennen.

"Erhebliche Kräfte mobilisiert"

Bereits kurz vor Weihnachten hatten Drohnen den deutlich kleineren Londoner Flughafen Gatwick für mehrere Tage lahmgelegt. Mehr als 100 Zeugen - darunter Piloten und Polizisten - hatten die Drohnen dort gesichtet. Etwa 1000 Flüge wurden aus Sicherheitsgründen gestrichen oder umgeleitet. Betroffen waren damals 140.000 Passagiere. Die verantwortlichen Täter wurden bislang nicht gefasst.

Fachleute und technische Geräte, die bereits in Gatwick eingesetzt wurden, sollen nun auch in Heathrow helfen. Es seien "erhebliche Kräfte mobilisiert" worden, um den Luftraum zu überwachen und weitere Drohnen-Flüge rechtzeitig zu stoppen, hieß es von Seiten der Metropolitan Police - verbunden mit der Warnung, dass eine Gefährdung des Flugverkehrs mit lebenslanger Haft bestraft werden könne.

Mehr Rechte für Polizei und Registrierungspflicht

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Flughafen Gatwick setzt mittlerweile Anti-Drohnen-Technik ein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Aus dem Vorfall in Gatwick hatte die Regierung Konsequenzen gezogen. So sollen der Polizei mehr Befugnisse übertragen werden, um Drohnen suchen, zu Boden zwingen und beschlagnahmen zu können, wie das Verkehrsministerium mitteilte. Darüber hinaus werde der erweiterte Einsatz von Technik vorbereitet, um Drohnen an besonders heiklen Orten wie Flughäfen oder Gefängnissen entdecken und abwehren zu können.

Zudem sollen die Sperrzonen um Airports, in denen Drohnen-Flüge verboten sind, auf einen Radius von ungefähr fünf Kilometern ausgedehnt werden. Ab November 2019 sollen Drohnen-Besitzer zudem gesetzlich verpflichtet sein, sich zu registrieren. Polizisten dürften Anwesen durchsuchen und Flugroboter beschlagnahmen - inklusive der elektronischen Daten, die in ihnen gespeichert sind.

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Quelle: n-tv.de, dpa

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