Panorama

Wales verfügt Ausgangssperren London steht auf dem "Kipppunkt"

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Trübe Aussichten in London: Steigende Infektionen beunruhigen die britische Regierung.

(Foto: REUTERS)

Zu viele Neuinfektionen und zu wenige Tests: Die britische Regierung stellt ganz London unter strenge Beobachtung. In Wales gehen die Behörden noch weiter und verordnen einigen Städten eine strikte Ausgangssperre. Auch zwischen Irland und Nordirland zieht Corona eine neue Grenze.

Erstmals seit dem landesweiten Lockdown in Großbritannien im Frühjahr sind in Wales für mehrere Städte Ausgangssperren angeordnet worden. Der walisische Gesundheitsminister Vaughan Getting teilte mit, die Städte Cardiff und Swansea dürften nur für die Arbeit, den Schulbesuch und aus anderen triftigen Gründen betreten oder verlassen werden. Die Maßnahme trete am Sonntagabend in Kraft. Für die Stadt Llanelli gelte sie bereits ab Samstag.

Untersagt ist demnach auch der Aufenthalt nicht zum Haushalt gehörender Besucher in Innenräumen. "Diese Maßnahmen spiegeln den Ernst der Lage wider", sagte Getting. Von den Maßnahmen sind damit insgesamt 1,5 Millionen Waliser betroffen - knapp die Hälfte der Bevölkerung in der britischen Provinz.

Großbritannien ist mit fast 42.000 Toten das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land Europas und will einen zweiten landesweiten Lockdown möglichst verhindern. Die Reproduktionsrate - die Zahl der Menschen, die ein Infizierter ansteckt - steigt aber und liegt landesweit zwischen 1,2 und 1,5.

London kämpft gegen geringe Testkapazitäten

Die britische Hauptstadt London wurde von der Regierung auf die Liste der unter strenger Beobachtung stehenden Gebiete gesetzt. Bürgermeister Sadiq Khan warnte, die Stadt stehe an einem "sehr beunruhigenden Kipppunkt". Der Mangel an Testkapazitäten sei "völlig inakzeptabel", kritisierte er.

Angesichts der stetig steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen traten in England bereits am Donnerstag neue Restriktionen in Kraft. Unter anderem müssen alle Restaurants und Pubs um 22 Uhr schließen.

Für große Teile von Nord- und Mittelengland gelten bereits strengere Corona-Maßnahmen als im Rest des Landes. Behördenvertreter in Leeds sagten, neue Regeln seien sehr wahrscheinlich, darunter auch ein Verbot von Treffen von Mitgliedern unterschiedlicher Haushalte in Privatwohnungen.

Irland und Nordirland: Grenzübertritte vermeiden

Unterdessen appellierten die Chefs der Gesundheitsbehörden von Irland und der britischen Provinz Nordirland an die Menschen, Grenzüberquerungen möglichst zu vermeiden. Der Nordire Michael McBride und sein irischer Kollege Ronan Glynn appellierten zudem an die Arbeitgeber auf beiden Seiten der Grenze, ihren Mitarbeitern die Arbeit von zu Hause aus zu ermöglichen. Für die Menschen in den Grenzgebieten "sind dies keine willkommenen Neuigkeiten, aber wir müssen eine weitere Ausbreitung dieses Virus verhindern und wir können das nur tun, indem wir zusammen arbeiten, um uns gegenseitig zu schützen".

Irland verzeichnete in den vergangenen Wochen einen gleichmäßigen Anstieg der Corona-Neuinfektionen mit 324 neuen Fällen. Nordirland registrierte hingegen eine der steilsten Kurven bei den Neuinfektionen in Großbritannien.

Quelle: ntv.de, mau/AFP