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Verschwinden von MH370 Luftfahrtexperte legt sich auf Kapitän fest

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Die Angehörigen der Verschwundenen dringen noch immer auf Antworten.

(Foto: REUTERS)

Von Anfang an steht beim Verschwinden von MH370 Flugkapitän Shah im Fokus vieler Theorien. Ein Luftfahrtexperte sammelt nun weitere Details und kommt zu einer eindeutigen Bewertung.

Mehr als fünf Jahre ist Flug MH370 bereits verschwunden, bis auf sehr wenige Trümmerteile wurden kaum Reste der Boeing 777 gefunden. Nachdem immer wieder neue Versionen entwickelt wurden, was auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking am 8. März 2014 geschehen sein könnte, legt sich ein Luftfahrtexperte nun auf die seiner Ansicht nach wahrscheinlichste Variante fest.

Im US-Magazin "The Atlantic" schreibt William Langewiesche, dass vermutlich Flugkapitän Zaharie Ahmad Shah den Absturz bewusst herbeigeführt habe. Die These ist nicht neu, allerdings sieht der Autor sie durch weitere Details aus dem Privatleben Shahs erhärtet.

Demnach habe ein langjähriger Freund des Flugkapitäns davon berichtet, dass Shahs Ehe nicht mehr gut gewesen sei. Sein Freund habe zahlreiche Affären mit Flugbegleiterinnen gehabt, von denen seine Frau auch wusste. Einheimischen Medienberichten zufolge war seine Frau ausgezogen, auch zu seinen erwachsenen Kindern hatte Shah nicht viel Kontakt. Insgesamt sei es Shah vor dem Absturz emotional nicht gut gegangen. Vermutlich habe er seinen Co-Piloten mit einem Auftrag aus dem Cockpit geschickt, um einen Selbstmord-Plan in die Tat umzusetzen.

Gezielter Plan

Langewiesche zitiert den Elektroingenieur Mike Exner mit der Ansicht, dass Shah das Flugzeug anschließend auf eine Flughöhe von über 12.000 Meter brachte. Dies sei der Weg gewesen, den möglichen Widerstand von Passagieren und Besatzungsmitgliedern auszuschalten. Die herabfallenden Sauerstoffmasken seien lediglich für eine etwa 15-minütige Sauerstoffversorgung ausgelegt. "Die Kabineninsassen wären innerhalb weniger Minuten außer Gefecht gesetzt worden, hätten das Bewusstsein verloren und wären sanft gestorben, ohne zu würgen oder nach Luft zu schnappen." In der Pilotenkabine gibt es eine extra abgesicherte Sauerstoffversorgung, die auch deutlich länger als die der Passagiere arbeitet.

Keine andere Theorie wie Computerfehler, mechanisches oder Instrumentenversagen, Wetterereignisse, ein medizinischer Notfall, ein militärischer Angriff oder eine Entführung könnten die bisher bekannte Flugbahn und das komplette Verstummen der Kommunikationssysteme erklären. Auch auf die Blackboxes, die bei anderen Abstürzen Auskunft über das Geschehen an Bord geben, kann man Langewiesche zufolge kaum hoffen. Durch den langen Weiterflug nach den eigentlichen Ereignissen im Cockpit enthielten sie vermutlich kaum Informationen. Und auch sie müssen erst einmal gefunden werden.

Quelle: n-tv.de, sba

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