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Malala betont, sie habe ein Anrecht darauf, in ihrer Heimat zu leben.
Malala betont, sie habe ein Anrecht darauf, in ihrer Heimat zu leben.(Foto: picture alliance / Alejandra Ley)
Samstag, 31. März 2018

Fünf Jahre nach Mordversuch: Malala kehrt in Heimatstadt zurück

Im Jahr 2012 schießen Taliban Malala Yousafzai in Pakistan in den Kopf, seit dem lebt sie im britischen Exil. Bei einer überraschenden Stippvisite in ihrem Heimatort berichtet die Friedensnobelpreisträgerin von ihren Plänen für die Zukunft.

Mehr als fünf Jahre nach dem Anschlag der radikalislamischen Taliban ist die pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai an ihren Heimatort zurückgekehrt. Nach Angaben eines AFP-Journalisten landete die 20-Jährige am Samstag im nordwestpakistanischen Swat-Tal, wo sie den Anschlag im Oktober 2012 nur knapp überlebt hatte. Sie hält sich seit Donnerstag in Pakistan auf.

Ihr Besuch in ihrem Heimatort Mingora wurde streng geheimgehalten und fand unter massiven Sicherheitsvorkehrungen des pakistanischen Militärs statt. Laut dem AFP-Reporter wurde sie von ihren Eltern und ihren beiden Brüdern begleitet.

Yousafzai sagte, sie wolle nach ihrem Studium an der Elite-Universität Oxford in Großbritannien wieder in ihrer Heimat leben. "Mein Plan ist es, nach Pakistan zurückzukehren, wenn mein Studium zu Ende ist", sagte Malala dem pakistanischen Fernsehsender Geo. "Es ist mein Land, und ich habe ebenso ein Anrecht drauf wie jeder andere Pakistaner."

Derzeit besucht die Kinderrechtsaktivistin, die 2012 im Alter von 15 Jahren bei einem Attentat der radikalislamischen Taliban schwer verletzt worden war, erstmals wieder ihr Heimatland. Die Situation in Pakistan habe sich seit damals verbessert, sagte die 20-Jährige in dem TV-Interview. "Die Dinge verbessern sich, die Menschen schließen sich zusammen und es läuft eine Kampagne für ein besseres Pakistan. Die Menschen sind aktiv, was sehr gut ist."

Aufenthaltsort geheim

Zwei Tage zuvor war die Kinderrechtsaktivistin überraschend am frühen Donnerstagmorgen auf dem Flughafen der Hauptstadt Islamabad eingetroffen und mit einer Polizeieskorte in ein Hotel gebracht worden. Nur Stunden später traf sie bereits Ministerpräsident Shahid Khaqan Abbasi zum Morgentee, wie von dessen Büro freigegebene Bilder zeigten. Insgesamt soll sich der Besuch über vier Tage mit verschiedenen Terminen erstrecken.

Wo Malala während ihres Aufenthalts in Islamabad wohnt, wird geheimgehalten. Viele Pakistaner freuten sich in sozialen Medien über ihre Rückkehr - aber in den mächtigen konservativen und islamistischen Kreisen des Landes gilt Malala als eine Agentin des Westens, die unislamische Werte verbreitet.

Mit der Geheimhaltung und dem Polizeischutz wollen ihre Familie und die pakistanische Regierung offenbar verhindern, dass die Taliban einen weiteren Anschlag auf die junge Frau verüben. Im Oktober 2012 hatten maskierte Kämpfer der Taliban im Swat-Tal in Nordpakistan Malalas Schulbus angehalten und ihr in den Kopf geschossen. Malala war damals 15 Jahre alt. Sie überlebte schwer verletzt und wurde zur Behandlung ins britische Birmingham ausgeflogen, wo sie seitdem mit ihrer Familie lebt und auch ihren Schulabschluss machte. 2014 wurde Malala im Alter von 17 Jahren mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Sie setzt sich weiter für Schulbildung für Mädchen ein.

Quelle: n-tv.de