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Bundesweite Tragepflicht Masken - was man alles wissen muss

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Lange wird über den Nutzen von Gesichtsmasken in der Corona-Pandemie gestritten, nun sind sie in den meisten Bundesländern im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel Pflicht. Wer jetzt noch keine Mund-Nase-Bedeckung hat, sollte sich darum kümmern.

Wo bekomme ich eine Maske her?

Inzwischen ist es nach der anfänglichen Mangelsituation nicht mehr so schwer, sich eine Maske zu besorgen. In vielen Apotheken kann man einfache Wegwerfmasken schon wieder kaufen, berichtet Dr. Reiner Kern von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. (ABDA). Allerdings haben die Apotheken aufgrund der Nachfrage mit stark gestiegenen Einkaufspreisen zu kämpfen, die sie auch an ihre Kunden weitergeben. Einfache Baumwollmasken kann man inzwischen überall im Internet erwerben. Zum Teil haben sie große Textilproduzenten, wie beispielsweise der Hemdenfabrikant Eterna oder der Bekleidungshersteller Trigema, in ihr Sortiment aufgenommen. Aber auch auf Selbermachplattformen wie Etsy finden sich viele Angebote, ebenso wie bei Kleinanzeigenportalen. In den sozialen Netzwerken gibt es viele Freiwillige, die auch auf Spendenbasis Masken nähen. Natürlich kann man auch im Bekanntenkreis fragen, ob jemand aushelfen und nähen kann. Viele Änderungs- und Reparaturschneidereien bieten inzwischen ebenfalls Masken an oder stellen sie auf Anfrage her. Der angebotene behelfsartige Mund-Nase-Schutz ist nicht medizinisch zertifiziert, reicht aber für den normalen Alltagsgebrauch aus.

Muss der Staat für Masken sorgen, wenn eine Pflicht zum Tragen besteht?

Nein, die Masken sind mit geringem finanziellen Aufwand zu beschaffen, dafür muss der Staat nicht sorgen. Viele Kommunen geben trotzdem kostenlos oder gegen ein kleines Entgelt Masken an Menschen aus, die sich selbst nicht in der Lage sehen, eine Maske zu besorgen.

Kann man die Masken auch selbst machen?

Im Internet gibt es inzwischen viele Anleitungen und Video-Tutorials, die gut erklären, wie man sich eine Maske selbst nähen kann. Entweder man benutzt dafür neuen oder auch alten Baumwollstoff oder verwendet ein altes T-Shirt und dazu etwas Gummiband. Für viele Schnitte sind eine Nähmaschine und Nähkenntnisse hilfreich, es geht aber auch mit der Hand und etwas Geduld.

Gibt es auch Varianten ohne Nähen?

In einer Bilderserie zeigen wir, wie man aus einem Geschirrtuch ganz ohne Nähen eine Schutz-Bedeckung fertigen kann. Außerdem erfüllen auch ein über Mund und Nase gebundener Schal oder ein Tuch die Anforderungen an die Maskenpflicht.

Wie lange kann ich eine Maske tragen?

Ist eine Maske feucht oder schmutzig geworden, sollte sie gewechselt werden. Insgesamt sollte man eine Maske nicht länger als acht Stunden tragen. Wichtig ist, auch eine lediglich von der Atemluft durchfeuchtete Maske nicht immer wieder zu tragen, sondern zwischendurch zu reinigen.

Was muss ich beim Tragen beachten?

Der Stoff soll Mund und Nase vollständig bedecken und am Gesicht anliegen. Beim An- und Ausziehen sollte man an den Bändern oder Gummis anfassen und nicht direkt an der Maske, um aufgefangene Tröpfchen nicht weiterzuverteilen.

Wie kann ich die Masken reinigen?

Stoffmasken aus Baumwolle kann man bei 60 Grad in der Waschmaschine waschen. Dann sind nach Ansicht des Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité auch mögliche Viren abgetötet. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt eine Waschtemperatur von 95 Grad. Alternativ kann man die Mund-Nasen-Bedeckung fünf Minuten auskochen oder im Backofen bei 70 Grad trocknen. Die Reinigung in der Mikrowelle ist nicht unbedingt zu empfehlen, weil manche Masken Metallteile enthalten, beispielsweise, um sie über der Nase anzupassen. Wer sichergehen will, kann die Maske auch heiß bügeln. Wegwerfmasken sollte man nach dem Tragen wirklich ordentlich entsorgen. Inzwischen tauchen sie bereits in den Weltmeeren auf. Am nachhaltigsten sind wiederverwendbare Stoffmasken.

Wo muss ich jetzt eine Maske tragen?

Die Maskenpflicht wird in den Bundesländern unterschiedlich streng gehandhabt. Die Einzelheiten finden Sie in unserer Übersicht. Als Faustregel kann aber gelten: Im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr ist es sinnvoll, eine Maske zu tragen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer strebt auch eine Maskenpflicht in Fernverkehrszügen an.

Schützen die Masken wirklich?

Vor einer Ansteckung des Trägers mit dem Coronavirus schützen die einfachen Masken nicht. Wer jedoch einen Mund-Nasen-Schutz trägt, verringert nach Einschätzung der meisten Experten die Infektionsgefahr für andere Menschen. Denn in gewissem Umfang werden beim Sprechen, Niesen oder Husten entstehende Tröpfchen aufgefangen.

Quelle: ntv.de, sba

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