Panorama

Vorwürfe gegen Wellnesskette Masseure sollen Frauen penetriert haben

Kosten für Massagen übernehmen die Krankenkassen oft nicht - dann müssen die Patienten die Behandlung selbst bezahlen. Foto: Jens Wolf

Missbrauch statt Massage: Mehr als 180 Frauen beklagen sexuelle Übergriffe bei einem Wellness-Unternehmen in den USA.

Sie sollen während der Massage begrapscht, belästigt und missbraucht worden sein. Über 180 Kundinnen einer Wellnesskette reichen Beschwerden ein. Dutzende Frauen erklären, sie seien penetriert worden.

In den USA steht nun auch ein Unternehmen wegen zahlreicher sexueller Übergriffe in der Kritik: Mehr als 180 Kunden der Wellness-Kette Massage Envy hätten Beschwerden oder auch Klagen gegen das Unternehmen, seine Lizenznehmer oder Mitarbeiter eingereicht, berichtete das Medienportal "Buzzfeed News". Dutzende Frauen erklärten demnach, sie seien während einer Massage bei Massage Envy mit dem Finger oder anderweitig penetriert worden.

Mehr als hundert Frauen hätten sich beschwert, dass die Masseure ihre Genitalien oder Brüste begrapscht oder andere eindeutige Übergriffe verübt hätten, hieß es in dem Bericht weiter. Eine Frau berichtete demnach, ihr Masseur habe mit seiner Zunge an ihrer Vagina geleckt. Eine andere Frau sagt sogar, ihr sei eine Faust eingeführt worden und der Masseur habe ihr ins Gesicht ejakuliert. Die meisten Beschwerden seien aber ignoriert und die betreffenden Mitarbeiter nicht entlassen worden.

Massage Envy ist ein Franchise-Unternehmen. In seinem Namen betreiben mehr als 1100 Lizenznehmer Läden in 49 US-Bundesstaaten. Die Kette bezeichnete die Vorwürfe in einer Stellungnahme, die die Nachrichtenagentur AFP erhielt, als "herzzerreißend". "Wir glauben, dass nur ein Vorfall schon zu viel ist", hieß es weiter. Das Unternehmen prüfe nun eingehend, wie die Unternehmenspolitik im Umgang mit sexuellen Übergriffen verbessert werden könnte.

Der Fall Envy reiht sich ein in eine ganze Serie Aufsehen erregender Fälle, in denen Männer ihre berufliche Stellung oder ihre Prominenz für sexuelle Übergriffe ausgenutzt haben sollen. Auslöser für die Welle an aufgedeckten Fällen sind die Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfe gegen den einst sehr einflussreichen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein. Unter dem Stichwort #MeToo ist in diesem Zusammenhang in den USA eine umfangreiche gesellschaftliche Debatte um jahrzehntelang verschwiegene Übergriffe entbrannt.

Zuletzt sahen sich neben bekannten TV-Stars wie Louis C.K. oder Charlie Rose auch prominente US-Politiker wie etwa Ex-Präsident George Bush senior, der demokratische Senator Al Franken und der republikanische Senatskandidat Roy Moore mit solchen Vorwürfen konfrontiert.

Quelle: n-tv.de, dsi/AFP

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