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Berliner Polizei zieht Bilanz Mehr als 150 Einsätze gegen kriminelle Clans

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In diesem Jahr absolvierte die Berliner Polizei bereits 150 Einsätze im Bereich der Clankriminalität.

(Foto: picture alliance / Paul Zinken/d)

Drogenhandel, Geldwäsche und Einbrüche: Besonders in Berlin sind kriminelle Clans ein Problem. Mittlerweile hat die Polizei die Gefahr erkannt und geht verstärkt gegen die Banden vor. Doch laut Innensenator Geisel stehen die Behörden noch ganz am Anfang.

Die Berliner Polizei ist in diesem Jahr bisher mit 157 Einsätzen gegen kriminelle Mitglieder arabischstämmiger Clans vorgegangen. Das sagte SPD-Innensenator Andreas Geisel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". 22 dieser Einsätze seien gemeinsam mit anderen Behörden erfolgt. Im vergangenen Jahr habe Berlin 21 libanesische Straftäter abgeschoben, sagte Geisel weiter. Früher seien es nur fünf oder sechs Personen pro Jahr gewesen. 

Der Senator betonte aber, Abschiebungen seien kein Allheilmittel, weil drei Viertel der Clanmitglieder Deutsche seien. Das andere Viertel sei mit Deutschen verheiratet oder habe deutsche Kinder. Die eigentliche Herausforderung sei es, den Einsatz gegen die Clankriminalität über viele Jahre durchzuhalten: "Wir reden über einen Marathon und haben jetzt die ersten 1000 Meter geschafft." Er räumte ein, früher habe die Polizei zu wenig gemacht. Die Gründe seien "Political Correctness, Unterschätzung der Situation, Personalmangel" gewesen. Der Polizei habe der politische Rückhalt gefehlt.

Der Berliner Senat hatte im November 2018 einen Fünf-Punkte-Plan gegen die Clankriminalität beschlossen. Dazu gehört auch das Eingreifen und Durchsetzen des Rechts bei kleineren Taten wie Körperverletzung, Nötigung und Diebstahl. Zudem gibt es seit dem Herbst regelmäßige Razzien in Shisha-Bars und Spielhallen. Auch Luxusautos werden verstärkt kontrolliert. Im August beschlagnahmte die Polizei von einem arabischstämmigen Clan 77 Immobilien im Wert von mehr als neun Millionen Euro. Der Vorwurf: Geldwäsche. Auch andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen gehen inzwischen entschlossener gegen diese Form des Verbrechens vor.

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Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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